Nach monatelangen Spekulationen ist es nun offiziell: Ketchup Entertainment hat sich die weltweiten Kinovertriebsrechte für den Looney-Tunes-Film gesichert. Der Release ist für 2026 geplant – ein echter Lichtblick für Fans, die den Film nach der Kontroverse rund um seine Archivierung schon abgeschrieben hatten.
Vom Steuerspar-Modell zum Kinohighlight
Die Produktion von Coyote vs. Acme begann bereits 2019. Regie führte Dave Green (Earth to Echo), vor der Kamera stehen unter anderem Will Forte, John Cena, Lana Condor und Tone Bell. Die Handlung? Köstlich absurd: Wile E. Coyote, genervt von den ewigen Pannen der ACME-Produkte, heuert einen Anwalt an, um den Großkonzern zu verklagen. Sein Ziel: endlich den Roadrunner zu schnappen – mit Recht und Gesetz statt Dynamit und Raketenrollschuhen. Doch im Laufe des absurden Prozesses entsteht zwischen dem zynischen Coyote und seinem menschlichen Anwalt (gespielt von Forte) eine unerwartete Freundschaft, während sie gemeinsam gegen ACME-Boss John Cena antreten.
Obwohl der Film fertiggestellt wurde, hatte Warner Bros. ihn Ende 2023 plötzlich eingestampft – nicht etwa wegen mangelnder Qualität, sondern als reines Steuerspar-Modell. Das sorgte für heftige Kritik in der Filmwelt, denn Coyote vs. Acme war nicht das einzige Opfer: Auch andere Animationsfilme wurden von der Streaming-Plattform Max entfernt oder aus dem Programm genommen, darunter etliche klassische Looney-Tunes-Kurzfilme.
Ketchup Entertainment rettet den Tag
Jetzt greift Ketchup Entertainment ein – die Firma, die schon den animierten Looney-Tunes-Film The Day the Earth Blew Up übernommen hatte, nachdem Warner auch diesen nicht mehr veröffentlichen wollte.
„Wir freuen uns riesig über den Deal mit Warner Bros. Pictures, um diesen Film einem weltweiten Publikum zugänglich zu machen“, erklärte Ketchup-CEO Gareth West in einer Pressemitteilung. Coyote vs. Acme sei eine perfekte Mischung aus Nostalgie und modernem Storytelling. „Der Film fängt die Magie der Looney-Tunes-Figuren ein und bringt sie gleichzeitig einer neuen Generation näher. Wir sind überzeugt, dass er sowohl alteingesessene Fans als auch Neulinge begeistern wird.“
Ein Symbol für den Umgang mit Kulturerbe?
Der ganze Wirbel rund um den Film hat ein größeres Thema ins Scheinwerferlicht gerückt: Wie geht ein Konzern mit seinem kulturellen Erbe um? Die Looney Tunes gehören zu den ältesten und ikonischsten Marken im Warner-Repertoire. Doch in den letzten Jahren schien es, als würde das Studio seine animierten Klassiker eher als Altlast denn als Schatz behandeln.
So wurde kürzlich bekannt, dass das ikonische Gebäude 131 auf dem Warner-Gelände in Burbank – einst Heimat zahlreicher Looney-Tunes-Produktionen – abgerissen werden soll, um Platz für neue HBO-Produktionen zu schaffen. Und auch die kurzfristige Entfernung vieler alter Cartoons von der Max-Plattform stieß bei Fans auf Unverständnis.
Hoffnung auf eine Kehrtwende
Dass Coyote vs. Acme nun doch ins Kino kommt, könnte ein Wendepunkt sein – sowohl für die Wahrnehmung der Looney Tunes als auch für den Ruf von Warner Bros. in Sachen Kulturerhalt. Der Film bietet nicht nur eine liebevolle Hommage an das klassische Cartoon-Universum, sondern greift auch auf clevere Weise moderne Themen wie Konzernkritik und Gerechtigkeit auf.
Ob der Coyote diesmal gewinnt? Vielleicht nicht gegen den Roadrunner – aber gegen die Archivstaubschicht hat er sich durchgesetzt. Und das ist schon mal ein Sieg für die Popkultur.