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China versteigert hunderte Krokodile – doch keiner will sie haben

Ein Gericht in China versucht, rund 100 Tonnen lebende Siamkrokodile aus der Insolvenzmasse eines Zuchtbetriebs zu versteigern. Doch trotz Preisnachlässen findet sich kein Käufer – zu hoch sind Aufwand und Auflagen.
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Was tun mit hunderten lebenden Krokodilen, wenn ein Zuchtbetrieb pleitegeht? Diese ungewöhnliche Frage beschäftigt derzeit ein Gericht in Shenzhen, Südchina. Seit Monaten versucht es, die Tiere zu versteigern – vergeblich.

100 Tonnen Reptilien – und keiner greift zu

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Zwischen 200 und 500 Siamkrokodile stehen zum Verkauf, insgesamt rund 100 Tonnen Lebendgewicht. Ursprünglich gehörten die Tiere der Guangdong Hongyi Crocodile Industry Company, die von Mo Junrong, dem selbsternannten „Crocodile God“, gegründet wurde. Nach der Insolvenz des Unternehmens beschloss das zuständige Gericht in Shenzhen, die Tiere in einer Online-Auktion zu versteigern.

Zweimal ist die Versteigerung bereits gescheitert. Beim dritten Versuch wurde der Startpreis auf 4 Millionen Yuan (ca. 550.000 US-Dollar) gesenkt – bisher hat sich trotzdem kein einziger Bieter registriert.

Warum niemand kaufen will

Der Grund ist simpel: hoher Aufwand und viele Auflagen.

  • Der Käufer muss den Transport selbst organisieren, inklusive Fangen und Verladen der Tiere.

  • Es wird eine staatlich genehmigte Zuchtlizenz für aquatische Wildtiere benötigt.

  • Der Käufer muss nachweisen, dass er über einen geeigneten Ort zur artgerechten Haltung verfügt.

Fakten zu Siamkrokodilen

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  • Stark bedrohte Art: In freier Wildbahn gelten Siamkrokodile als fast ausgestorben.

  • Kommerzielle Nutzung: In Asien werden sie für Lederprodukte, Fleisch, Kosmetika und sogar Alkohol gezüchtet.

  • Beeindruckende Maße: Bis zu 3,5 Meter lang, mit einem Gewicht von bis zu 200 Kilogramm.

  • Lebensraum: Bevorzugen ruhige Gewässer wie Sümpfe, Seen und Flussläufe.

Die Gefahr einer Flucht

Ein tragisches Beispiel für die Risiken zeigt sich in Thailand: Nach dem Taifun Yagi musste ein Krokodilfarmer 125 Tiere töten, weil der Sturm die Umzäunung seiner Farm zerstört hatte. Die Entscheidung sei mit Behörden abgestimmt und aus Sicherheitsgründen getroffen worden.

Was nun?

Ob der dritte Versteigerungsversuch Erfolg bringt, bleibt fraglich. Auch wenn der Preis sinkt, bleibt der logistische und gesetzliche Aufwand enorm hoch. Sollte sich erneut kein Käufer finden, wird das Gericht wohl nach alternativen Lösungen suchen müssendenn die Tiere brauchen Platz, Pflege und vor allem: Sicherheit.

Quelle: www.focus.de

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