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Welt

China reagiert erneut auf die USA und stoppt Schweinefleischimporte in der größten Stornierung seit der Pandemie

China hat gerade 12.000 Tonnen US-Schweinefleisch aufgrund extrem hoher Zölle storniert. Diese Entscheidung markiert einen kritischen Punkt im Handelskrieg und trifft die US-Landwirtschaft schwer, während andere Länder die Gelegenheit nutzen.
Von Thomas Handley Übersetzt von

Lesezeit 2 Minuten

Der Handelskrieg zwischen den Vereinigten Staaten und China eskaliert weiter und trifft nun einen der wichtigsten Sektoren der US-Wirtschaft: die Schweinefleischexporte. Mit Tausenden Tonnen an Produkten, die von Peking abgelehnt wurden, führen die Zollspannungen zu unmittelbaren wirtschaftlichen Folgen.

Eine beispiellose Stornierung erschüttert den Fleischsektor

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© Qilai Shen/Bloomberg via Getty Images – Gizmodo.

In einer Entscheidung, die die internationalen Märkte überraschte, stornierte China kürzlich eine Bestellung von 12.000 metrischen Tonnen US-Schweinefleisch, wie das US-Landwirtschaftsministerium berichtete. Diese Zahl stellt die größte Stornierung seit 2020 dar, als die Pandemie die globalen Lieferketten lahmlegte.

Die Auswirkungen sind sofort spürbar: Die wöchentlichen Auslandsverkäufe von Schweinefleisch sind auf den niedrigsten Stand seit Oktober gefallen – ein Alarmzeichen für amerikanische Produzenten. Die Stornierung verschärft die Unsicherheit für Exporteure, die stark auf den chinesischen Markt angewiesen sind, den größten Verbrauchermarkt für Schweinefleisch weltweit.

Zölle von 172 %: ein nahezu unüberwindbares Hindernis

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© Unsplash – Library of Congress

Das Hauptproblem liegt in den extrem hohen Zöllen, die China auf US-Schweinefleisch erhoben hat, aktuell bei 172 %. Diese Abgaben sind Teil einer Reihe von Vergeltungsmaßnahmen Pekings als Reaktion auf die von Donald Trump eingeleitete Zollpolitik, die 2018 begann und sich seit seiner Rückkehr ins Präsidentenamt erneut verschärft hat.

Die US-Fleischexportföderation warnt, dass diese Zollbelastung einen fairen Wettbewerb mit anderen Lieferländern wie Brasilien nahezu unmöglich macht. Brasilien gewinnt zunehmend Marktanteile in China – dank günstigerer Preise und weniger Handelskonflikten.

China sucht neue Handelspartner

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© Li Yang – Unsplash

Angesichts der hohen Kosten für US-Schweinefleisch diversifiziert China seine Importe zunehmend und bevorzugt andere Erzeugerländer. Brasilien profiliert sich als der größte Gewinner, indem es Schweinefleisch zu attraktiveren Preisen und ohne die Belastung durch Handelsstreitigkeiten anbietet.

Dieser strategische Wechsel in Chinas Einkaufspolitik schadet nicht nur den amerikanischen Produzenten, sondern verändert auch die globalen Handelsdynamiken.
Die USA, traditionell einer der Hauptlieferanten von Fleisch nach China, sehen ihre Exporte schrumpfen, während neue Akteure auf dem Weltmarkt an Einfluss gewinnen.

Wirtschaftliche und politische Folgen stehen auf dem Spiel

Die US-Landwirtschaft, die ohnehin mit hohen Produktionskosten und internationalem Wettbewerb zu kämpfen hat, steht nun vor einer kritischen Lage. Der Rückgang der Exporte könnte zu Millionenverlusten führen und tausende Arbeitsplätze sowie die Stabilität lokaler Agrarwirtschaften gefährden.

Auf politischer Ebene spiegelt diese Stornierung die anhaltenden Spannungen zwischen Washington und Peking wider.
Während Trump seine harte Zollpolitik als Druckmittel beibehält, reagiert China mit Maßnahmen, die zentrale Sektoren der US-Wirtschaft empfindlich treffen.

Wie geht es weiter?

Obwohl Präsident Trump erklärt hat, seine Regierung stehe in täglichem Kontakt mit China, sind die Aussichten derzeit wenig optimistisch.
Solange kein Handelsabkommen erzielt wird, das die Spannungen mindert, könnte die amerikanische Fleischindustrie weitere Stornierungen und Marktverluste erleben.

Die entscheidende Frage bleibt:
Wie weit wird dieser Handelskrieg noch eskalieren – und wer wird letztendlich den höchsten Preis zahlen?
Fürs Erste spüren die amerikanischen Schweinefleischproduzenten die Auswirkungen bereits deutlich.

Quelle: El Imparcial

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