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Wissenschaft

Was wäre, wenn der Schlüssel zum Leben auf dem Mars in einem ganz besonderen Samen läge?

Wir haben Cannabis ins All geschickt – und nicht aus dem Grund, den du denkst. Wissenschaftler wollen herausfinden, ob diese Pflanze entscheidend für die Besiedlung des Mondes oder des Mars sein könnte. Was mit diesen Samen passiert, könnte unsere Zukunft im All neu schreiben.
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Lesezeit 2 Minuten

Seit Jahrzehnten träumen wir davon, Kolonien auf dem Mond oder Mars zu gründen. Doch abseits von Raketen und Hightech liegt der Schlüssel zum Überleben in diesen feindlichen Umgebungen womöglich in etwas viel Einfacherem – und Uraltem: einer Pflanze. Jetzt reisen 150 Cannabissamen durchs All, um eine große Frage zu beantworten: Können wir Leben außerhalb der Erde kultivieren?

Eine unkonventionelle, aber entscheidende Mission

Im Lauf der Raumfahrtgeschichte haben wir schon Golfbälle und Gorilla-Kostüme ins All geschickt. Nun gesellen sich 150 Cannabissamen zu dieser kuriosen Liste. Doch diesmal geht es nicht um Symbolik oder PR – es geht um Wissenschaft. Die Mission heißt MayaSat-1 und ist Teil des Projekts Mission Possible 2025. Mit an Bord: Algen, menschliche DNA und fast tausend weitere Proben.

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© Kindel Media- Pexels

Gestartet wurde von Kalifornien aus mit einer Falcon-9-Rakete von SpaceX. Die Kapsel umkreiste die Erde dreimal in einer Höhe von 520 Kilometern – höher als die Internationale Raumstation. Die Wahl einer polaren Umlaufbahn war kein Zufall: An den Polen ist die kosmische Strahlung besonders hoch – ein Schlüsselelement des Experiments.

Warum Cannabis? Viel mehr als nur Freizeitkonsum

Božidar Radišič, Leiter des Projekts Martian Grow, betrachtet Cannabis als eine Art „Allzweckpflanze“ für außerirdische Kolonien: Sie liefert Nahrung, Fasern, Baumaterialien, biologisch abbaubare Kunststoffe und sogar Medizin. Ihre Anpassungsfähigkeit an verschiedenste Klimazonen und ihre Strahlenresistenz machen sie zu einer idealen Kandidatin für die Landwirtschaft im All.

Cannabis enthält über 550 chemische Verbindungen, viele davon noch kaum erforscht. Seine natürliche Toleranz gegenüber Gamma- und UV-Strahlung macht die Pflanze ideal, um zu testen, wie Weltraumbedingungen genetisch nützliche Mutationen auslösen könnten.

Was suchen wir – und wie geht es weiter?

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© RDNE Stock project -pexels

Das Experiment verfolgt zwei Ziele: Überleben und Veränderung. Überleben die Samen den Flug? Und wenn ja – haben sie sich genetisch verändert? Weltraumstrahlung kann DNA mutieren – nicht alle Mutationen sind hilfreich, aber einige könnten entscheidend für das Gedeihen in extremen Umgebungen sein.

Nach der Rückkehr zur Erde werden Radišičs Team und Experten der Universität Ljubljana die Samen genau analysieren. Unabhängig davon, ob es zu Mutationen kam oder nicht – die Ergebnisse werden entscheidend für die zukünftige Weltraumlandwirtschaft sein.

Solche Forschung ist unerlässlich. Langfristig ist es unmöglich, Nahrung ständig von der Erde zu importieren. Wer auf dem Mond oder Mars überleben will, muss vor Ort anbauen. Und vielleicht ist Cannabis ein zentrales Puzzlestück für unser Leben jenseits des Planeten Erde.

Quelle: Xataka

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