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Wissenschaft

Was dir niemand über das Schlafen mit zugeklebtem Mund erzählt hat: Zwischen Trend und Gefahr

Ein viraler Wellnesstrend, unterstützt von Prominenten, verspricht besseren Schlaf – könnte aber ernste Risiken verbergen. Der Hype ums Schlafen mit zugeklebtem Mund nimmt in sozialen Netzwerken zu. Doch was sagt die Wissenschaft? Ist das gesund – oder eine gefährliche Falle im Namen des Wohlbefindens?
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Das Versprechen vom perfekten Schlaf

Immer mehr Menschen greifen zu Klebeband auf den Lippen, bevor sie ins Bett gehen. Die Idee: Durch das Vermeiden von Mundatmung soll die Schlafqualität steigen. Stars wie Gwyneth Paltrow oder Ashley Graham propagieren diese Methode als Geheimtipp gegen Schnarchen, trockenen Mund und sogar vorzeitiges Altern.
Zahlreiche Erfahrungsberichte im Netz berichten von mehr Energie am Morgen, besserer Atemfrische oder ausgeglichenem pH-Wert – obwohl dafür bislang kaum wissenschaftliche Belege existieren.

Zwischen realen Risiken und fragwürdigen Studien

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© yazz davis – Pexels

Eine aktuelle Übersichtsanalyse von zehn früheren Studien mit insgesamt 213 Teilnehmenden untersuchte die Auswirkungen von Mundverklebung im Schlaf. Nur zwei Studien fanden messbare Verbesserungen – bei leichter Schlafapnoe.
Vier Studien hingegen warnten vor echten Risiken: Bei Menschen mit verstopfter Nase, etwa durch schiefe Nasenscheidewände, vergrößerte Mandeln oder saisonale Atemwegsprobleme, kann das Verkleben des Mundes die Sauerstoffzufuhr gefährlich einschränken. Auch das Risiko von Erstickung durch Erbrechen im Schlaf wurde thematisiert.

Dr. Brian Rotenberg, HNO-Spezialist an der Western University in Ontario und Leiter der Untersuchung, warnt: „Diese Praxis wird als gesund vermarktet, aber viele Menschen sind nicht geeignet dafür – in bestimmten Fällen kann sie sogar gesundheitsschädlich sein.“

Vorübergehender Hype oder ernstzunehmende Methode?

Trotz der Warnungen schließen Forschende nicht aus, dass die Technik in genau definierten medizinischen Fällen nützlich sein könnte. Dafür braucht es jedoch größere, qualitativ hochwertige Studien mit vielfältiger Teilnehmerbasis.
Bis dahin gilt: Gesundheitstrends aus dem Internet sollten stets mit ärztlichem Rat überprüft werden.

Ist der mögliche Nutzen den potenziellen Schaden wert? Im Moment spricht vieles dafür, Vorsicht walten zu lassen.

Quelle: Infobae

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