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Houston, wir haben eine Überdosis

Die  „Lebenszelle“ beherbergt vier Rückenmäuse für die Discoverer 3 -Mission.
Die „Lebenszelle“ beherbergt vier Rückenmäuse für die Discoverer 3 -Mission. Photo: USAF

Die ersten Mäuse, die in den Weltraum flogen, taten dies in den 1950er-Jahren, doch diese frühen Missionen endeten oft in einer Katastrophe. 1959 brach die US-Luftwaffe einen Startversuch vom Luftwaffenstützpunkt Vandenberg in Kalifornien ab, weil die Sensoren keine Lebenszeichen in der Kapsel von Discoverer 3 erkennen konnten. Die vier Mäuse wurden tot aufgefunden, nachdem sie eine Überdosis Krylonfarbe zu sich genommen hatten, mit der ihre Käfige besprüht worden waren, um die Ecken und Kanten zu verdecken. Die Mäuse fanden das Krylon offenbar schmackhafter – und tödlicher – als die ihnen verabreichte Formel.

Auch ein zweiter Startversuch mit einer Ersatz-Mäusekäfigcrew wurde abgebrochen, als Sensoren eine Luftfeuchtigkeit von 100 % im Inneren der Kapsel protokollierten. „Die Kapsel wurde geöffnet und man stellte fest, dass sich der Sensor unter einem der Mäusekäfige befand“, so die NASA. Der Sensor konnte „den Unterschied zwischen Wasser und Feuchtigkeit nicht erkennen“. und Mäuseurin“, und der Start erfolgte, nachdem der Urin ausgetrocknet war, so die Raumfahrtbehörde. Am 3. Juni konnte die Rakete schließlich abheben, doch die Oberstufe der Rakete zündete nach unten, wodurch das Fahrzeug – samt den vier Mäusen – in den Pazifik stürzte. Es war eindeutig eine Mission, die einfach nicht stattfinden sollte.

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