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Tanker-Katastrophe vor der Küste Großbritanniens: Öltanker und Frachtschiff kollidieren, riesiges Feuer entfacht

Große Rettungsaktion: 37 Menschen aus Wrack geborgen
Von AJ Dellinger Übersetzt von

Lesezeit 2 Minuten

Vor der Ostküste des Vereinigten Königreichs kam es am Montagmorgen gegen 9:48 Uhr Ortszeit zu einer schweren Kollision zwischen einem Containerschiff und einem Öltanker. Der Zusammenstoß löste ein gewaltiges Feuer aus und sorgte dafür, dass große Mengen Öl in die Nordsee gelangten. Die Rettungskräfte sind im Dauereinsatz. Laut lokalen Behörden wurde eine Person ins Krankenhaus gebracht, während 36 weitere Besatzungsmitglieder der beiden Schiffe sicher an Land gebracht wurden. Es wird davon ausgegangen, dass alle Crewmitglieder gezählt wurden.

Laut der „New York Times“ waren an dem Unfall die „Stena Immaculate“, ein in den USA registrierter Öltanker, sowie die „Solong“, ein unter portugiesischer Flagge fahrendes Containerschiff, beteiligt. Die „Solong“ hatte ihren Hafen in Schottland am Sonntag verlassen und war auf dem Weg nach Rotterdam in den Niederlanden. Die „Stena Immaculate“ war zum Zeitpunkt der Kollision vor Anker, was die Frage aufwirft: Wie konnte ein Frachtschiff mitten am Tag in einen stillliegenden Öltanker krachen?

Experten ratlos: „Das hätte nicht passieren dürfen“

David Mcfarlane, ein Berater für maritime Sicherheit, sagte gegenüber der BBC: „Unter diesen Bedingungen gibt es keinen Grund, warum zwei Schiffe kollidieren sollten. Da ist etwas gewaltig schiefgelaufen.“ Er erklärte, dass es zwar durchaus üblich sei, dass Schiffe auf Autopilot fahren, aber dennoch immer eine Person auf der Brücke sein sollte, um im Notfall einzugreifen. Mcfarlane rechnet damit, dass es „Wochen, wenn nicht Monate dauern wird, bis eine abschließende Erklärung vorliegt.“

Martyn Boyers, Geschäftsführer des Hafens von Grimsby East, äußerte sich gegenüber CNN ähnlich: „Es ist ein Rätsel, ehrlich gesagt, denn heutzutage verfügen alle Schiffe über hochmoderne Technik, um ihre Route zu planen und Hindernisse zu erkennen.“ Boyers betonte, dass so ein Unfall „eigentlich niemals passieren dürfte“.

Keine Hinweise auf Sabotage, aber viele offene Fragen

Großbritannien hat die Marine-Unfalluntersuchungsbehörde (Marine Accident Investigation Branch) beauftragt, Beweise zu sammeln und eine erste Einschätzung der Unfallursache vorzunehmen. Laut Reuters gibt es derzeit keine Anzeichen für eine absichtliche oder kriminelle Handlung, die zu der Kollision geführt haben könnte.

Brennendes Schiff und Umweltgefahr durch ausgelaufenes Kerosin

Wie „The Guardian“ berichtet, befand sich an Bord der „Stena Immaculate“ Kerosin, das im Besitz des US-Militärs war. Durch den Zusammenstoß brach auf dem Tanker ein Feuer aus, das zu mehreren Explosionen führte. Die Crew musste das Schiff daraufhin verlassen. Es wird vermutet, dass das geladene Kerosin bereits in die Nordsee gelangt ist, was umfangreiche Aufräumarbeiten erforderlich machen wird.

Kerosin ist leichter und raffinierter als Rohöl, wodurch es sich schneller abbauen lässt. Dennoch dürften die Auswirkungen auf die Umwelt erheblich sein. Experten befürchten, dass Meereslebewesen sowie die lokale Fischerei betroffen sein könnten. Die britischen Behörden bereiten sich auf eine langwierige Reinigungsaktion vor, um die Ölpest in den Griff zu bekommen.

Wie es zu diesem dramatischen Unfall kommen konnte, bleibt weiterhin ungeklärt. Sicher ist jedoch, dass die maritime Industrie nach Antworten sucht – und Konsequenzen folgen werden.

 

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