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Wissenschaft

Sommergenuss unter der wissenschaftlichen Lupe: Wie gesund ist Eiscreme wirklich?

Ein Klassiker der heißen Jahreszeit mag harmlos oder sogar gesund erscheinen – zumindest laut mancher Studien. Doch die Wissenschaft zeigt ein deutlich komplexeres Bild. Ist der tägliche Eisgenuss wirklich unbedenklich? Eine tiefere Analyse für alle, die Eis lieben und zugleich auf ihre Gesundheit achten.
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Lesezeit 2 Minuten

Sommer und Eiscreme – diese Kombination ist für viele untrennbar. Der erfrischende Geschmack, die cremige Konsistenz und das angenehme Gefühl machen Eis zu einer beliebten täglichen Versuchung bei Hitze. Doch ist dieser Genuss auch gesund? Die Wissenschaft liefert Hinweise, die manche Begeisterung abkühlen könnten.

Zwischen Genuss und Gesundheit

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© Hc Digital – Pexels


Man hört oft von Studien, die gewisse gesundheitliche Vorteile einzelner Eisbestandteile hervorheben. Doch das bedeutet nicht, dass das Gesamtprodukt automatisch gesund ist – ähnlich wie beim Wein: Er enthält zwar gesunde Polyphenole, doch der Alkohol kann mögliche Vorteile wieder zunichtemachen.

Die eigentliche Frage lautet also: Können diese Vorteile nicht auch aus Lebensmitteln gewonnen werden, die weniger potenziell schädliche Inhaltsstoffe enthalten? Viele Studien beleuchten zudem nur spezifische Aspekte der Gesundheit, wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, was zu verzerrten Interpretationen führen kann, wenn der Gesamtkontext fehlt.

Studien, Deutungen und Wirklichkeit

Duane Mellor, Ernährungsexperte an der Aston University, mahnt zur Vorsicht bei der Interpretation von Forschungsergebnissen. In einer Doktorarbeit von 2018 wurde etwa festgestellt, dass Menschen mit Typ-2-Diabetes, die bis zu zweimal pro Woche Eis konsumierten, ein um 12 % geringeres Risiko für Herzerkrankungen hatten.

Doch Mellor betont: Die gesamte Ernährungsweise ist wohl entscheidender als der gelegentliche Eiskonsum. Beobachtungsstudien können außerdem schwer Kausalität nachweisen – etwa, weil kranke Menschen womöglich bewusst auf Eis verzichten, was das Ergebnis verfälscht.

Tägliches Eis – eine harmlose Gewohnheit?

Eiscreme enthält viel Zucker, Fett und Kalorien. Das allein macht sie nicht schädlich, aber regelmäßiger Konsum kann Übergewicht, Stoffwechselstörungen oder nicht-alkoholische Fettleber begünstigen. Eine italienische Studie aus Nutrients (2019) brachte einen hohen Eiskonsum mit Letzterem in Verbindung.

Einige potenzielle Vorteile des Eises stammen von der Milchbasis – Kalzium, Probiotika und Proteine. Diese Nährstoffe lassen sich jedoch leichter über weniger verarbeitete Produkte wie Naturjoghurt, Käse oder Milch aufnehmen.

Was ist die empfohlene Menge?

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© Ali Dashti – Pexels


Eine pauschale Antwort gibt es nicht. Es kommt auf die Eisart, Nährwerte, Portionsgröße und vor allem auf die gesamte Ernährung und individuelle Gesundheit an. Wer täglich Eis essen möchte, sollte kleine Portionen wählen, insgesamt ausgewogen essen, andere Zuckerquellen meiden und sich regelmäßig bewegen.

Ein einzelnes Verhalten macht niemanden gesund – und ein kleiner Genuss kann auf Dauer größere Auswirkungen haben. Die Faustregel bleibt: Maß halten. Sogar im Sommer.

Quelle: Xataka

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