Doch ein internationales Team von Forschenden hat eine überraschende Antwort darauf gefunden: holzig, würzig und süß! (Falls du dich stattdessen für den Geruch verwesender Körper interessierst, könnte die „Leichenblume“ eher dein Ding sein.)
In einer heute in der Journal of the American Chemical Society veröffentlichten Studie nutzten die Forschenden nicht nur moderne wissenschaftliche Methoden, sondern setzten auch professionelle „Schnüffler“ ein, um die Duftstoffe antiker ägyptischer Mumien zu analysieren. Dieser innovative Ansatz bringt neue Erkenntnisse über den ikonischen Einbalsamierungsprozess und zeigt, warum unser Geruchssinn eine entscheidende Rolle beim Verständnis des kulturellen Erbes spielt.
„Der Geruch von mumifizierten Körpern hat Experten und die Öffentlichkeit schon lange fasziniert, aber bisher gab es keine kombinierte chemische und sensorische Studie dazu,“ erklärt Matija Strlič, Chemiker am University College London (UCL) und Hauptautor der Studie, in einer Pressemitteilung der Universität. „Diese bahnbrechende Forschung hilft uns nicht nur, den Erhalt der Mumien besser zu planen, sondern liefert auch eine weitere Dimension für Museumsausstellungen, die die Geschichte greifbarer machen.“
Wie riecht eine Mumie?

Obwohl Gerüche unsichtbar sind, bestehen sie aus chemischen Molekülen. Strlič und sein Team untersuchten neun Mumien aus dem Ägyptischen Museum in Kairo mit zwei etablierten Methoden: Gaschromatographie (zur Analyse der Bestandteile einer Probe) und Massenspektrometrie (zur Identifikation chemischer Verbindungen). Dazu kamen professionelle „Schnüffler“ (ja, das ist ein echter Job!), die die Intensität, Qualität und Attraktivität der Gerüche beurteilten.
Durch diese Analysen konnten die Forschenden die Herkunft der Gerüche bestimmen: Sie stammen entweder aus den uralten Einbalsamierungsmethoden, aus modernen Konservierungsstoffen oder Pestizidrückständen – oder einfach aus dem natürlichen Zerfall des Körpers. Die Ergebnisse? Ein holzig-würzig-süßer Duft, was durchaus Sinn ergibt: Bei der Mumifizierung wurden traditionell Myrrhe, Weihrauch und verschiedene Baumharze, wie Kiefernharz, verwendet.
„Die Gerüche offenbaren neue Informationen und zeigen, wie wichtig unsere Sinne sind, um die Vergangenheit zu verstehen“, sagt Cecilia Bembibre, Kulturerbe-Wissenschaftlerin am UCL und Mitautorin der Studie.
Der Duft der Unsterblichkeit
„Für die alten Ägypter war die Mumifizierung eine essenzielle Bestattungspraktik, um Körper und Seele für das Jenseits zu bewahren. Dabei wurden Öle, Wachse und Balsame in einem aufwendigen Ritual verwendet“, erklärt Ali Abdelhalim, Direktor des Ägyptischen Museums in Kairo und Mitautor der Studie. „Diese Praktiken haben sich im Laufe der Jahrhunderte weiterentwickelt, und die verwendeten Materialien geben uns wertvolle Einblicke in die Zeit, den Ort und den sozialen Status der mumifizierten Person.“
Gerüche spielten damals eine wichtige symbolische Rolle: Angenehme Düfte standen für Göttlichkeit und Reinheit, während üble Gerüche als Zeichen von Verderbnis und Verfall galten – was, wenn man darüber nachdenkt, auch heute noch ziemlich treffend ist.
Kann man den Duft von Geschichte erleben?
Die Forschung könnte Museen dazu inspirieren, ihre Ausstellungen mit Duft-Erlebnissen zu bereichern – sogenannte „Smellscapes“. Tatsächlich plant das Team bereits, den Geruch antiker Mumien nachzubilden, um dieses sensorische Erbe der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.
Also, das nächste Mal, wenn du etwas erkundest – warum nicht auch mal daran riechen?