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Kino und Serien

James Cameron setzt auf KI – aber nicht, um Jobs zu streichen

Der „Avatar“-Regisseur sieht großes Potenzial in künstlicher Intelligenz für die Filmbranche – solange sie nicht auf Kosten von Kreativen geht. Besonders bei VFX könnte KI helfen, ohne Arbeitsplätze zu gefährden.
Von Sabina Graves Übersetzt von

Lesezeit 2 Minuten

Ausgerechnet der Mann, der mit Terminator einst die düstere Seite der Technologie auf die Leinwand brachte, setzt nun auf künstliche Intelligenz – aber mit einem klaren Appell: KI soll helfen, Jobs zu sichern, nicht sie zu ersetzen. James Cameron sprach im Podcast Boz to the Future über seine Vision, wie die Filmindustrie KI sinnvoll in den kreativen Workflow integrieren kann – vor allem in Hinblick auf aufwendige visuelle Effekte.

Effekte ja, Entlassungen nein

Cameron erklärte, er sei dem Vorstand des KI-Unternehmens Stability AI beigetreten, um sich selbst ein klares Bild vom aktuellen Entwicklungsstand der Technologie zu machen. Sein Ziel? Verstehen, wie KI sinnvoll in die Produktionsprozesse von VFX-Studios eingebunden werden kann – ohne dabei menschliche Kreativität zu verdrängen.

„Wenn wir weiterhin die Art Filme sehen wollen, die ich liebe und auch selbst mache – Dune, Avatar, große Produktionen mit massivem CGI –, dann müssen wir die Kosten drastisch senken“, so Cameron. „Aber das heißt nicht, die Belegschaft zu halbieren, sondern ihre Arbeit doppelt so effizient zu machen.“

Er sieht KI also eher als Werkzeug, um Prozesse zu beschleunigen: Künstler:innen sollen nicht weniger zu tun haben, sondern schneller von einem spannenden Projekt zum nächsten wechseln können.

Klares Nein zur KI als Geschichtenerzähler

Ganz anders sieht Cameron den Einsatz von KI beim Schreiben von Drehbüchern. Dass künstliche Intelligenz emotionale Tiefe oder echte Menschlichkeit in Geschichten transportieren kann, hält er für ausgeschlossen.

„Ich glaube nicht daran, dass ein körperloser Geist, der nur das wiederkäut, was andere erlebt und gesagt haben, jemals eine Geschichte schreiben kann, die ein Publikum wirklich berührt“, sagte er. „Du musst Mensch sein, um das zu schreiben.“

Er kennt niemanden – zumindest derzeit – der ernsthaft daran arbeitet, ein ganzes Drehbuch von einer KI verfassen zu lassen.

KI als Stil-Kopierer? Cameron wird mulmig

Cameron sieht mit Sorge, dass KI zunehmend dafür genutzt wird, täuschend echte Inhalte zu generieren: gefälschte Trailer, irreführende KI-Bilder im Stil von Studio Ghibli – eine Entwicklung, die ihm, wie er sagt, „ein bisschen den Magen umdreht“.

Für ihn sollten kreative Visionen aus echten künstlerischen Einflüssen entstehen – nicht aus Prompts. „Ich habe meine Einflüsse: Ridley Scott, Stanley Kubrick, George Miller“, sagt Cameron. „Das sind die Gedanken, die mir beim Filmemachen im Kopf herumschwirren – nicht irgendwelche Algorithmen.“

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