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Googles Laser-Internet, das die Welt verändern und Starlink entthronen könnte

Alphabet, die Muttergesellschaft von Google, präsentiert Taara Lightbridge, ein Konnektivitätssystem, das Lichtstrahlen nutzt, um Daten drahtlos und ohne Satelliten zu übertragen. Schnell, kostengünstig und effizient operiert dieses neue Laser-Internet bereits in 12 Ländern und bedroht die Vormachtstellung von Starlink.
Von Thomas Handley Übersetzt von

Lesezeit 3 Minuten

Der Wettlauf um die weltweite Vernetzung ist noch lange nicht vorbei, und jetzt tritt ein neuer Wettbewerber mit Macht auf den Plan. Starlink, das Satelliteninternet von Elon Musk, hat Schlagzeilen gemacht mit seinem Versprechen, Internet in abgelegene Gebiete zu bringen. Doch Alphabet, die Muttergesellschaft von Google, hat eine Alternative vorgestellt, die nicht vom Weltraum abhängig ist. Es handelt sich um Taara Lightbridge, eine Technologie, die Laserlicht nutzt, um Hochgeschwindigkeits-Internet mit niedriger Latenz und deutlich geringeren Kosten anzubieten.

Was ist Taara und wie transformiert es die Konnektivität

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© YouTube – DW Español

Entwickelt von X Company, der experimentellen Abteilung von Alphabet, hat Taara ein klares Ziel: Internet in schwer zugängliche Gebiete zu bringen, ohne Satelliten oder Kabel zu nutzen. Anstatt Kilometer von Glasfaserkabeln zu verlegen oder Satellitenkonstellationen ins All zu schießen, überträgt Taara Daten durch unsichtbare Laserstrahlen zwischen zwei bodengestützten Terminals.

Jedes dieser Terminals, von der Größe eines Verkehrszeichens, ist mit Sensoren, Spiegeln und automatisierter Ausrichtungssoftware ausgestattet. Wenn sich die Strahlen treffen, bilden sie einen sicheren optischen Link, der eine Übertragungsgeschwindigkeit von bis zu 20 Gigabit pro Sekunde über Entfernungen von bis zu 20 Kilometern ermöglicht. Und das alles mit einem Energieverbrauch, der dem einer 40-Watt-Lampe ähnelt.

Diese Technologie ist nicht nur agil und anpassungsfähig, sondern umgeht auch Hindernisse wie Dienstbarkeitsgenehmigungen und lange Installationszeiten, die Projekte mit Glasfaser oftmals verzögern.

Kann Taara wirklich mit Starlink konkurrieren?

Während Starlink seine Infrastruktur auf tausende Satelliten im niedrigen Erdorbit stützt — was wöchentliche Starts und eine kolossale Investition erfordert — bietet Taara eine zugänglichere und nachhaltigere irdische Lösung. Der reduzierte Wartungsaufwand, die schnelle Implementierung und die geringeren Kosten machen diese Technologie zu einer immer attraktiveren Option, insbesondere für Gebiete mit geographischen Herausforderungen oder rechtlichen Problemen beim Kabelverlegen.

Derzeit ist Taara bereits in 12 Ländern aktiv, darunter Indien und mehrere Regionen Afrikas. Sogar zwei Städte, die durch den Kongo-Fluss getrennt sind — Brazzaville und Kinshasa — wurden über einen 5 Kilometer langen Laserlichtstrahl verbunden. Auch bei Großveranstaltungen wie dem Coachella-Festival in Kalifornien wurde es eingesetzt, um temporäre Mobilfunknetze zu stärken.

Amazon steigt mit Project Kuiper ein

Googles Ankündigung kommt nicht allein. Amazon setzt ebenfalls auf diesen Bereich mit seinem Project Kuiper, einer Konstellation von mehr als 3.200 Satelliten, die ab diesem Jahr starten soll. Durch die Allianz mit DIRECTV Latin America und SKY Brasil wird dieser Dienst auf den ganzen Kontinent ausgeweitet, wobei Argentinien und Chile zu den ersten Zielen gehören.

Mit einem ersten Start im April verspricht die Kuiper-Konstellation, Hochgeschwindigkeits-Satelliteninternet zu bieten, das speziell für infrastrukturschwache Regionen entwickelt wurde. Amazon sagt, dass dieses Netz verbesserte Technologie im Vergleich zu früheren Prototypen nutzen wird, mit Solarpaneelen, optischen Verbindungen zwischen den Satelliten und Systemen mit geringer astronomischer Sichtbarkeit.

Ein neues Kapitel im Kampf um das globale Internet

Mit einem gefestigten Starlink, einem aufstrebenden Amazon und jetzt Googles terrestrischer Lösung wird die Landkarte der globalen Konnektivität neu gezeichnet. Taara ist nicht nur eine elegante technologische Lösung, sondern auch eine direkte Antwort auf die logistischen und wirtschaftlichen Grenzen der aktuellen Infrastruktur.

Die Zukunft des Internetzugangs könnte nicht in den Sternen liegen, sondern in etwas viel Einfacherem: einem perfekt ausgerichteten Lichtstrahl zwischen zwei Punkten. Und wenn Google es schafft, Taara weltweit zu skalieren, könnte die Revolution der Konnektivität die entlegensten Winkel des Planeten erleuchten … ohne den Boden zu verlassen.

Quelle: iProfesional

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