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Ein Land rettet sich (vorerst) vor den Zöllen von Trump, aber seine Achillesferse liegt in Mexiko

Die neuen Zölle von Trump treffen die Automobilindustrie dieses Landes nicht direkt… zumindest nicht direkt. Doch es gibt einen Schwachpunkt, der eine Krise auslösen könnte: Mexiko. Die entscheidenden Teile zur Herstellung von Autos befinden sich dort, und wenn Washington diese blockiert, steht das Land vor einem echten Problem.
Von Martín Nicolás Parolari Übersetzt von

Lesezeit 3 Minuten

Eine neue Welle von Zöllen aus den Vereinigten Staaten droht, den weltweiten Handel zu verändern, aber dieses Mal scheint Spanien dem unmittelbarsten Einfluss zu entkommen. Allerdings gibt es einen versteckten Faktor, der alles ändern könnte. Während der Fokus auf dem Export von Fahrzeugen liegt, liegt der Schlüssel in den Bauteilen, die sie zum Funktionieren bringen… und in dem Land, in dem sie hergestellt werden: Mexiko.

Zölle in Kraft: Ein 25%-Zoll, der die gesamte Automobilindustrie bedroht

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Donald Trump hat eine Reihe neuer Zölle angekündigt, die direkt mehr als 200 Länder betreffen. Für die Europäische Union wird der allgemeine Satz bei 20 % liegen. Im speziellen Fall des Automobilsektors beträgt der Aufpreis jedoch 25 %, ohne Unterscheidungen. Das bedeutet, dass selbst wenn ein Auto in den Vereinigten Staaten zusammengesetzt wird, es den Zoll zahlen muss, wenn ein wichtiges Bauteil aus dem Ausland stammt.

Aktuell exportiert Spanien nicht viele Autos in die USA. Die meistverkauften Modelle im Land — kleine und wirtschaftliche Fahrzeuge — sind fast ausschließlich für den europäischen Markt bestimmt, und seit Jahren werden Modelle wie die Mercedes Vito oder die Ford Transit nicht mehr auf den US-Boden exportiert.

Allerdings bedeutet das nicht, dass Spanien völlig sicher ist.

Der anfälligste Punkt: Teile aus Mexiko und strategische Geschäfte

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Obwohl der Export von Fahrzeugen nicht direkt betroffen ist, ist die spanische Automobilzulieferindustrie, die über 25,6 Milliarden Euro beträgt, stark betroffen. Auch wenn 65 % dieser Produktion in die Europäische Union — insbesondere nach Deutschland und Frankreich — gehen, bleibt die USA ein strategischer Markt, da sie der achte größte Absatzmarkt mit über 1.000 Millionen Euro jährlich sind.

Der Schlüssel liegt jedoch außerhalb der Grenzen Spaniens. Viele große spanische Unternehmen der Branche haben Werke in Mexiko, von wo aus sie Teile in die USA produzieren und exportieren. Diese Strategie, die bislang entscheidend für die Wettbewerbsfähigkeit und den Zugang zu Märkten war, wird jetzt zu einem Schwachpunkt.

Trump hat bereits mehrfach angedroht, neue Zölle auf Mexiko und Kanada zu erheben, und sollte er dies tatsächlich tun, würde die spanische Lieferkette direkt betroffen sein.

Deutschland, das große unbekannte Element

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Ein weiterer entscheidender Faktor ist die wirtschaftliche Gesundheit Deutschlands. Als größter Käufer von in Spanien hergestellten Autos beeinflusst seine Situation direkt die spanischen Fabriken. Falls die neuen Zölle die Exporte nach Amerika verteuern, ist es wahrscheinlich, dass die Produktionskapazität sinkt, was dazu führen könnte, dass sie ihr Lieferantennetz überdenken.

Dies übt Druck auf Spanien aus, das seine Wettbewerbsfähigkeit hinsichtlich Preis und Qualität aufrechterhalten muss, um nicht durch billigere Märkte ersetzt zu werden. In diesem Kontext könnten Trumps Zölle einen Dominoeffekt auslösen, der indirekt die spanische Industrie trifft.

Reaktion der Regierung und nächste europäische Schritte

Während die Europäische Union ihre Antwort analysiert — die voraussichtlich am 9. April zur Abstimmung steht — hat die spanische Regierung bereits Unterstützungsmaßnahmen angekündigt. Pedro Sánchez bestätigte eine Investition von bis zu 14,1 Milliarden Euro zur Unterstützung der betroffenen Sektoren.

Dazu gehören unter anderem zwei Linien von Garantien der ICO in Höhe von 6 Milliarden Euro, ein Unterstützungsfonds für Investitionen von 200 Millionen und der RED-Mechanismus zur Aufrechterhaltung von Arbeitsplätzen, ähnlich dem ERTE-Modell, das während der Pandemie implementiert wurde.

Es bleibt abzuwarten, ob diese Maßnahmen ausreichen, insbesondere wenn Trump entscheidet, weiterhin in seiner protektionistischen Politik gegenüber Mexiko und Kanada voranzugehen. Klar ist, dass die Stabilität der spanischen Automobilindustrie weniger von dem abhängt, was direkt in die USA exportiert wird, sondern von einem empfindlichen geografischen Gleichgewicht, das mit einem einzigen Tweet ins Wanken geraten könnte.

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