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China reaktiviert ein Megaprojekt für Eisenbahnen in Südamerika, das den internationalen Handel transformieren könnte

Das Projekt plant, drei südamerikanische Länder zu verbinden und einen direkten Weg nach Asien zu bieten, ohne den Panamakanal überqueren zu müssen. Mit einer millionenschweren Investition verspricht diese Initiative, die Handelsrouten der gesamten Region neu zu definieren und die chinesische Präsenz in Lateinamerika zu stärken.
Von Lucas Handley Übersetzt von

Lesezeit 3 Minuten

Ein Megaprojekt im Bereich der Eisenbahnen schreitet in Südamerika voran, unterstützt von milliardenschweren chinesischen Investitionen. Der Plan sieht vor, die atlantischen und pazifischen Ozeane durch ein Schienennetz zu verbinden, das Brasilien, Bolivien und Peru zusammenschließt und einen neuen logistischen Korridor nach Asien öffnet. Diese Strategie würde nicht nur die Handelsdynamik in der Region verändern, sondern auch China als einen entscheidenden Akteur beim Aufbau der lateinamerikanischen Infrastruktur festigen.

Ein strategischer Korridor, um zwei Ozeane zu verbinden

Der Zentral-Bioceano-Korridor ist eine Initiative, die darauf abzielt, den Hafen von Santos in Brasilien mit dem Hafen von Chancay in Peru zu verbinden. Mit einer geschätzten Investition von 3,5 Milliarden Dollar aus China zielt der Vorschlag darauf ab, den Transport von Produkten wie Soja, Mais und Zucker zu beschleunigen und deren Zugang zum asiatischen Markt zu erleichtern, ohne den Panamakanal nutzen zu müssen.

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© Jose Mario Espinoza

Das Projekt, das 2023 zwischen China und Brasilien vereinbart wurde, erhält nun neuen Schwung nach einer Reihe technischer Besuche von chinesischen Delegationen in Brasilien.

Chinas Engagement in Brasilien zur Unterstützung des Projekts

Eine Delegation von elf Vertretern der China Railway Group und des Verkehrsministeriums besuchte sieben Tage lang die brasilianischen Bundesstaaten Mato Grosso, Goiás, Rondônia und Acre. Das Hauptziel war, vor Ort die Machbarkeit des Eisenbahnkorridors und andere mögliche Investitionen in die logistische Infrastruktur zu analysieren.

Während ihres Besuchs trafen die chinesischen Beamten sich mit lokalen Behörden, inspizierten Eisenbahn- und Straßeninfrastrukturen und planten einen strategischen Besuch des Hafens von Santos, einem der größten in Lateinamerika und einem Schlüsselstück dieses ehrgeizigen Konnektivitätsplans.

Der Hafen von Chancay: eine fundamentale Komponente des neuen Handels

Im November 2024 wurde der Hafen von Chancay von Präsident Xi Jinping im Rahmen des APEC-Gipfels eröffnet und stellt Chinas strategische Wette in Peru dar. Der Bau, der ebenfalls mit 3,5 Milliarden Dollar bewertet wird, ermöglicht Südamerika einen direkten Zugang zum Pazifik und reduziert erheblich die Exportzeiten und -kosten nach Asien.

Mehr als nur die Eisenbahn: Chinesische Investitionen, die die Region umgestalten

China setzt nicht nur auf die Eisenbahn. Die Firma COFCO International expandiert ebenfalls mit einer Investition von 486 Millionen Dollar in die Erweiterung einer Hafenanlage in Santos. Diese Infrastruktur, die 2026 in Betrieb genommen werden soll, wird jährlich bis zu 14,5 Millionen Tonnen landwirtschaftlicher Produkte bewegen.

Darüber hinaus hat COFCO fast tausend Waggons und mehr als zwanzig Lokomotiven erworben, um den innerbrasilianischen Transport von Getreide zu optimieren, die Straßensituation zu entlasten und die logistische Effizienz zu steigern.

Ein entscheidender Schub für den Regionalhandel

Das Eisenbahnprojekt kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die brasilianischen Exporte ein bemerkenswertes Wachstum zeigen. Allein zwischen Januar und März 2025 verzeichnete die Grenzstadt Assis Brasil im Bundesstaat Acre einen Anstieg der Exporte um 130 % im Vergleich zum gleichen Zeitraum des Vorjahres.

Dieses Wachstum verdeutlicht die Notwendigkeit alternativer logistischer Korridore, die den intra- und extraregionalen Handel festigen, den Austausch von Waren beschleunigen und die Wettbewerbsfähigkeit Südamerikas im globalen Markt stärken.

Ausblick auf die Zukunft des Korridors

Derzeit befindet sich der Zentral-Bioceano-Korridor in der Phase technischer Studien und finanzieller Bewertungen. Sollte es zur Umsetzung kommen, würde dies nicht nur die logistische Karte Südamerikas transformieren, sondern der Region auch ermöglichen, weniger von traditionellen Infrastrukturen wie dem Panamakanal abhängig zu sein.

In der Zwischenzeit vertieft China weiterhin seine strategische Präsenz in Lateinamerika und setzt auf direkte Investitionen sowie eine zunehmend intensive Zusammenarbeit beim Ausbau kritischer Infrastrukturen für das regionale Wachstum.

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