Ein galaktisches Porträt aus Licht und Klang
Astronomen haben ein faszinierendes Kompositbild erstellt, das Daten aus dem gesamten elektromagnetischen Spektrum vereint: von energiereichen Röntgenstrahlen bis hin zu langwelligen Radiowellen. Die Aufnahmen stammen aus zahlreichen Teleskopen und Missionen, darunter NASA’s Chandra-Röntgenobservatorium, das die hochenergetische Strahlung rund um das supermassereiche Schwarze Loch im Zentrum von Andromeda eingefangen hat.
Auch Daten aus der inzwischen eingestellten GALEX-Mission (Ultraviolett), dem Spitzer-Weltraumteleskop (Infrarot), sowie vom europäischen XMM-Newton-Observatorium und verschiedenen Radioteleskopen flossen in die Komposition ein. Sogar optische Daten von Amateur-Astrofotografen Jakob Sahner und Tarun Kottary mit erdgebundenen Teleskopen fanden ihren Weg ins Bild.
Mehr als ein hübsches Bild
Andromeda ist eine klassische Spiralgalaxie – mit majestätisch geschwungenen Armen und einem ausgeprägten Zentralbereich. Mit einem Durchmesser von 220.000 Lichtjahren ist sie etwa doppelt so groß wie unsere Milchstraße. Und: Die beiden sind auf Kollisionskurs. In etwa 4,5 Milliarden Jahren könnten sie zu einer einzigen Riesengalaxie verschmelzen – zumindest laut bisherigen Berechnungen. Eine neue Studie stellt dieses Szenario allerdings in Frage.
Galaktischer Soundtrack aus kosmischen Daten
Ein weiteres Highlight des Projekts: Die Daten wurden auch in Klang umgewandelt. Aus Staubstrukturen, Sternhaufen und hochenergetischer Strahlung wurde eine Art „Andromeda-Symphonie“. Dabei ordneten Wissenschaftler jeder Wellenlänge eine bestimmte Tonhöhe zu – Röntgenstrahlen erklingen besonders hoch, Radiowellen besonders tief. Helligkeit und Position der galaktischen Objekte beeinflussen dabei Lautstärke und Tonhöhe des Klangs.
Das Ergebnis: Ein ungewohnter, fast meditativer Soundtrack, der uns die Galaxie auf eine völlig neue Art erleben lässt.
Ehre für eine Pionierin
Das neue Bild wurde zu Ehren der legendären Astronomin Vera Rubin veröffentlicht. Sie beobachtete in den 1960er-Jahren die Bewegung von Sternen in Andromeda und entdeckte dabei Hinweise auf eine unsichtbare Masse – die Dunkle Materie. Diese Entdeckung revolutionierte unser Verständnis des Universums. Passend dazu veröffentlichte das nach ihr benannte Vera C. Rubin Observatory in dieser Woche seine ersten kosmischen Aufnahmen.
Die neue Andromeda-Aufnahme zeigt nicht nur die Schönheit des Universums – sie erzählt auch die Geschichte von Entdeckungen, die unser Bild vom Kosmos für immer verändert haben.