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Wissenschaft

Die große Verschmelzung beginnt: Hubble entdeckt ersten Kontakt zwischen Milchstraße und Andromeda

Astronomen haben bestätigt, dass sich die Gas-Halos der Milchstraße und der Andromedagalaxie bereits berühren. Diese Entdeckung markiert den Beginn eines unausweichlichen Prozesses: die künftige Kollision beider Galaxien. Beobachtungen des Hubble-Weltraumteleskops stellen unser bisheriges Verständnis dieses kosmischen Ereignisses infrage.
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Die Zukunft unserer Galaxie hat bereits begonnen – wenn auch in Zeitdimensionen, die unser Vorstellungsvermögen übersteigen. Eine neue Studie auf Basis von Daten des Hubble-Weltraumteleskops zeigt: Die Begegnung zwischen der Milchstraße und Andromeda hat schon eingesetzt – und sie wird nicht so verlaufen, wie lange angenommen. Die Kollision, die beide Galaxien für immer verändern wird, ist langsam, aber unaufhaltsam in Gang gekommen.

Die Halos berühren sich: der erste Schritt zur Kollision

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© Pixabay – WikiImages.

Die von NASA-Forschern geleitete Studie, veröffentlicht im Astrophysical Journal, bestätigt: Die Gas-Halos, die die Milchstraße und Andromeda umgeben, beginnen sich zu überlappen. Das bedeutet: Der Verschmelzungsprozess, der bislang für etwa 4,5 Milliarden Jahre in der Zukunft erwartet wurde, verzögert sich zwar um etwa 600 Millionen Jahre, wird aber seitlich und nicht frontal erfolgen – entgegen bisherigen Annahmen.

Halos sind mit bloßem Auge unsichtbar, spielen jedoch eine entscheidende Rolle für das Verständnis der galaktischen Entwicklung. Im Fall von Andromeda erstreckt sich der Halo in einige Richtungen über bis zu zwei Millionen Lichtjahre, wie eine neue Kartierung des AMIGA-Projekts unter der Leitung des Physikers Nicolas Lehner von der University of Notre Dame zeigt.

AMIGA zeigt wahre Größe und Struktur von Andromeda

Zur Kartierung des Halos nutzten die Wissenschaftler das Licht von 43 Quasaren, die hinter Andromeda liegen. Durch die Analyse der Absorption dieses Lichts konnten sie Zusammensetzung und Aufbau des Halos ermitteln: eine dichte, turbulente innere Schicht und eine äußere, ruhigere Region, die von Sternenexplosionen beeinflusst wird.

Diese Untersuchung vergrößert die verfügbare Datenmenge über Andromeda um das Siebenfache. Da wir von der Erde aus den Halo der Milchstraße selbst nicht detailliert beobachten können, wird unsere Nachbargalaxie zur besten Referenz, um diese riesigen Gasreservoirs zu erforschen, die Galaxien umgeben.

Eine unausweichliche Verschmelzung – und eine Erinnerung an unseren Platz im Universum

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© Unsplash – Arnaud Mariat.

Andromeda ist 2,5 Millionen Lichtjahre entfernt, doch ihr Halo hat bereits den der Milchstraße erreicht. Dieser Kontakt markiert den Beginn eines kosmischen Tanzes, der über Jahrmillionen hinweg in einer vollständigen Verschmelzung beider Systeme gipfeln wird. Am Ende steht eine neue, deutlich größere elliptische Galaxie.

Auch wenn die Auswirkungen dieses Ereignisses erst in Milliarden Jahren spürbar sein werden, ermöglichen die heutigen Beobachtungen ein tieferes Verständnis unseres galaktischen Schicksals. Für Xi Zhang und sein Team öffnen diese Daten nicht nur ein Fenster in die Zukunft, sondern auch zu den unsichtbaren Gesetzmäßigkeiten, die das Universum formen.

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