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Wissenschaft

Wie oft sollte man wirklich duschen? Das sagt die Wissenschaft

Obwohl sich die meisten Menschen täglich duschen, legt die Wissenschaft nahe, dass dies keine absolute Notwendigkeit ist. Ein Hautpflege-Spezialist hat überraschende Erkenntnisse über die Auswirkungen übermäßiger Hygiene veröffentlicht und erklärt, was passiert, wenn man die Häufigkeit des Duschens reduziert.
Von Thomas Handley Übersetzt von

Lesezeit 2 Minuten

In vielen Kulturen ist das tägliche Duschen eine Selbstverständlichkeit – doch das war nicht immer so. Über Jahrhunderte hinweg variierten die Hygienestandards je nach gesellschaftlichen Gewohnheiten und dem Zugang zu Wasser.

Der Mediziner James Hamblin, Autor des Buches Clean: The New Science of Skin (2020), untersuchte die Auswirkungen einer reduzierten Duschfrequenz und teilte seine Erfahrungen nach fünf Jahren mit einer „minimalistischen“ Hygiene-Routine.

Laut Hamblin sind die meisten Körperpflegeprodukte darauf ausgelegt, ein Gefühl von Frische und Sauberkeit zu vermitteln – nicht unbedingt, um einen tatsächlichen gesundheitlichen Nutzen zu bieten. Zudem betont er, dass tägliches Duschen nicht zwingend notwendig ist, solange grundlegende Hygienemaßnahmen wie regelmäßiges Händewaschen und die Reinigung des Gesichts eingehalten werden.

Die Auswirkungen übermäßiger Hygiene

Unsere Haut beherbergt eine Vielzahl lebenswichtiger Mikroorganismen, die eine schützende Funktion haben. Doch übermäßiger Gebrauch von Seife oder aggressiven Reinigungsmitteln kann diese Mikroflora zerstören und das natürliche Gleichgewicht der Haut stören. Dadurch kann es zu folgenden Problemen kommen:

  • Trockene und gereizte Haut
  • Hautausschläge und Akne
  • Ungleichgewicht in der Hautmikrobiota

Hamblin weist zudem darauf hin, dass sich viele Körperpflegeprodukte chemisch kaum voneinander unterscheiden, unabhängig davon, ob sie teuer oder günstig sind. Ein hoher Preis bedeutet also nicht zwangsläufig eine bessere Wirkung für die Hautgesundheit.

Was passiert, wenn man sich seltener duscht?

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© Pexels – John Ray Ebora

Wer sich über längere Zeit nicht duscht, riskiert eine Ansammlung von Bakterien und Pilzen auf der Haut, die zu Reizungen, Infektionen oder unangenehmem Geruch führen können. Allerdings betont Hamblin, dass Körpergeruch nicht automatisch mit mangelnder Hygiene gleichzusetzen ist, sondern oft durch ein gestörtes mikrobielles Gleichgewicht verursacht wird.

Der menschliche Körper hat die Fähigkeit, sich selbst zu regulieren. Eine reduzierte Duschhäufigkeit kann daher helfen, das natürliche Gleichgewicht der Haut wiederherzustellen. Allerdings hängt dies stark von individuellen Faktoren wie Klima, körperlicher Aktivität und Hauttyp ab.

Wie oft sollte man also duschen?

Es gibt keine universell gültige Antwort, doch Experten empfehlen, dass für die meisten Menschen3 bis 4 Duschen pro Woche ausreichen. An Tagen ohne vollständige Dusche sind folgende Maßnahmen sinnvoll:

  • Gesicht und Hände mit Wasser und Seife waschen
  • Deodorant verwenden oder Kleidung wechseln, falls man geschwitzt hat
  • Auf eine gute Intimhygiene achten

Letztendlich kann die Duschfrequenz individuell angepasst werden, ohne dass dies zwangsläufig mit mangelnder Hygiene verbunden ist. Entscheidend ist, ein Gleichgewicht zu finden, das die Haut schützt, ohne ihre natürlichen Abwehrmechanismen zu zerstören.

Quelle: Ambito

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