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Wie die Sinne den Geschmack dessen, was wir essen, beeinflussen

Wusstest du, dass das Geräusch eines Knackens eine Kartoffelchips frisch erscheinen lassen kann? Der experimentelle Psychologe Charles Spence hat Jahrzehnte damit verbracht, zu untersuchen, wie unsere Sinne unsere Geschmackswahrnehmung beeinflussen. Vom Farbton eines Tellers bis zur Hintergrundmusik: Entdecke, wie alles deine kulinarische Erfahrung beeinflusst.
Von Thomas Handley Übersetzt von

Lesezeit 3 Minuten

Die Wissenschaft hinter dem, was wir beim Essen wahrnehmen

Der Ausdruck „mit den Augen essen“ hat nie so viel Sinn ergeben wie heute. Charles Spence, experimenteller Psychologe an der Universität Oxford, hat Jahre damit verbracht, zu erforschen, wie unsere Sinne die Art und Weise beeinflussen, wie wir Lebensmittel wahrnehmen. Sein Forschungsfeld, das als „Gastrophysik“ bezeichnet wird, untersucht, wie die Umgebung, der Klang, der Geruch und sogar die Stimmung den Geschmack eines Gerichts verändern können.

Die gastrophysikalische Perspektive

Die Gastrophysik ist eine Kombination aus Gastronomie und Psychophysik, einem Bereich der Psychologie, der untersucht, wie sensorische Reize unsere Entscheidungen beeinflussen. Spence ist überzeugt, dass es nicht ausreicht, die Menschen zu fragen, was ihre Entscheidungen antreibt; es ist notwendig, objektive Faktoren zu messen, um die Komplexität hinter jeder Wahrnehmung zu verstehen. Während seines Vortrags auf der Spain Gastronomy Conference 2025, organisiert von der Real Academia de Gastronomía, erklärte Spence, wie die Gastrophysik unser Verständnis von Lebensmitteln verändert hat.

Der Einfluss des Knackgeräuschs

Eines der emblematischsten Experimente von Spence wurde 2004 durchgeführt, als er nachwies, dass das Geräusch beim Biss in Kartoffelchips die Wahrnehmung von Frische beeinflussen kann. In dieser Studie hielten die Probanden die Chips von Pringles mit einem lauteren Knacken für 15 % frischer als jene mit einem leiseren Geräusch. Diese Entdeckung, die im Journal of Sensory Studies veröffentlicht wurde, brachte ihm sogar einen Ig-Nobelpreis ein, der für ungewöhnliche wissenschaftliche Forschungen vergeben wird.

Der visuelle Einfluss

Doch der Einfluss der Sinne beschränkt sich nicht nur auf das Gehör. Das Sehen spielt ebenfalls eine zentrale Rolle. Der Koch Heston Blumenthal kreierte in den 90ern ein Krabbeneis, dessen rosa Farbe die Gäste dazu brachte, es mit süßen Aromen zu assoziieren, was negative Reaktionen nach sich zog. Die visuelle Präsentation erzeugte Erwartungen, die nicht mit dem tatsächlichen Geschmack des Gerichts übereinstimmten.

Die Umgebung und der Genuss von Speisen

Neben dem Sehen und Hören beeinflusst auch das soziale Umfeld die Wahrnehmung von Lebensmitteln. Laut Spence kann gemeinsames Essen den Konsum um bis zu 75 % erhöhen, insbesondere wenn die Gruppe groß ist. Auch die Größe der Teller spielt eine Rolle: Auf großen Tellern kann die Menge der verzehrten Nahrung um bis zu 40 % höher ausfallen.

Die Macht des Geruchssinns

Die Macht des Geruchssinns sollte nicht unterschätzt werden. Ohne diesen Sinn ist es schwierig, zwischen einem Apfel und einer Zwiebel zu unterscheiden, da der Geruch essentielle Nuancen zum Geschmack beiträgt. Auch die Musik verändert die Geschmackswahrnehmung: Tiefe Töne können den bitteren Geschmack verstärken, während hohe Töne das Süße intensifizieren.

Gedächtnis und Stimmung, Schlüssel zur kulinarischen Erfahrung

Spence glaubt, dass das wahre Vergnügen am Essen nicht im Mund, sondern im Kopf liegt. Erwartungen, Erinnerungen und die Stimmung verweben sich, um die perfekte kulinarische Erfahrung zu schaffen. Für ihn ist das beste Gericht kein spezifisches Rezept, sondern eine besondere Erinnerung: ein Cocktail mit Garnelen in einem Kreisverkehr in Cartagena nach seiner Hochzeit, umgeben vom Geräusch der vorbeifahrenden Autos und einem unvergleichlichen Glück.

Fazit

Die Gastrophysik lädt uns ein, darüber nachzudenken, wie wir Essen genießen, und zeigt, dass kulinarischer Genuss weit mehr ist als isolierte Geschmäcker: Es ist eine Kombination aus Sinnen, Emotionen und einzigartigen Momenten.

Quelle: Infobae.

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