Zum Inhalt springen
Wissenschaft

Was Venus verbirgt: Der Planet, der alle Regeln sprengt

Auf den ersten Blick wirkt er wie ein heller Stern – doch Venus birgt Geheimnisse, die ebenso extrem wie faszinierend sind. Von seiner höllischen Atmosphäre bis zu einem Tag, der länger dauert als sein Jahr, widerspricht dieser Planet allem, was wir über Himmelskörper zu wissen glaubten. Erfahre, warum Wissenschaftler ihn mit Staunen – und Misstrauen – betrachten.
Von

Lesezeit 2 Minuten

Venus, der zweite Planet unseres Sonnensystems, leuchtet hell an unserem Himmel. Doch hinter diesem Glanz verbirgt sich eine der lebensfeindlichsten Umgebungen, die wir kennen. Seine Ähnlichkeit mit der Erde ist nur oberflächlich – bei genauerer Erforschung offenbart sich eine Welt, die grundlegend anders ist. Hier erfährst du seine faszinierendsten Geheimnisse.

Ein strahlender, aber gnadenloser Planet

Venus ist von der Erde aus das dritthellste Objekt am Himmel, gleich nach Sonne und Mond. Obwohl er fast genauso groß ist wie unser Planet, dreht er sich ungewöhnlich langsam – und in die entgegengesetzte Richtung der meisten anderen Planeten. Ein Tag auf der Venus dauert 243 Erdentage – länger als ihr Jahr, das nur 225 Tage umfasst.

Auf seiner Bahn nähert sich Venus bis auf etwa 38 Millionen Kilometer an die Erde an, kann sich aber auch mehr als 260 Millionen Kilometer entfernen. Seine Achse ist kaum geneigt, was bedeutet, dass es dort keine nennenswerten Jahreszeiten gibt.

2
© WikiImages – Pixabay

Die gefährlichste Atmosphäre im Sonnensystem

Die Venus-Atmosphäre gleicht einem wahren Inferno: giftige Schwefelsäurewolken, erstickender Kohlendioxid und Temperaturen von bis zu 475 °C. Diese Hitze ist nicht allein der Nähe zur Sonne geschuldet, sondern einem außer Kontrolle geratenen Treibhauseffekt, der die Wärme gnadenlos speichert. Der atmosphärische Druck ist 90-mal so hoch wie auf der Erde.

Hinzu kommen rätselhafte dunkle Streifen in den Wolken, die trotz der extremen Stürme überleben. Manche Theorien vermuten, dass sie aus organischen Partikeln oder sogar säureliebenden Mikroorganismen bestehen könnten.

Eine Oberfläche voller Vulkane

3
© TBIT – Pexels

Dank Raumsonden wie Magellan wissen wir heute, dass Venus von Vulkanen, Hochländern und jungen Ebenen geprägt ist – viele davon sind nicht älter als 800 Millionen Jahre. Die Hinweise sprechen für eine intensive, aber ganz eigene geologische Aktivität. Der Himmel erscheint gelblich, die Landschaft ist öde und fremd.

Gebiete wie Ishtar Terra oder Aphrodite Terra prägen die Venus-Oberfläche – und auffällig ist, dass fast alle geografischen Merkmale weibliche Namen tragen, zu Ehren der römischen Göttin, nach der der Planet benannt ist.

Leben in den Wolken?

In einer Höhe von etwa 50 Kilometern finden sich überraschend erdähnliche Bedingungen: moderate Temperaturen und ein relativ geringer Luftdruck. Deshalb halten es manche Forscher für möglich, dass dort mikrobielles Leben existieren könnte – schwebend in der Atmosphäre. Auch wenn es bisher keine Beweise gibt, macht diese Möglichkeit die Venus zu einem vorrangigen Ziel kommender Weltraummissionen.

Quelle: Meteored.

Diese Geschichte teilen

Verwandte Artikel