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Wissenschaft

Was dir die Etiketten nicht verraten: Was sich wirklich hinter Proteinriegeln verbirgt

Obwohl sie als Begleiter eines gesunden Lebensstils gelten, zeigt eine neue Studie, dass viele Proteinriegel möglicherweise weniger vorteilhaft sind, als wir denken. Versteckte Zutaten, minderwertige Eiweiße und irreführende Versprechen könnten deiner Gesundheit mehr schaden als nutzen. Ein Blick hinter die Verpackung lohnt sich.
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Lesezeit 2 Minuten

Proteinriegel sind für viele zur praktischen „gesunden“ Option geworden. Doch eine aktuelle internationale Untersuchung stellt ihren tatsächlichen Nährwert infrage. Sind sie wirklich so gut, wie sie scheinen – oder steckt mehr dahinter, als auf dem Etikett steht? Dieser Artikel beleuchtet die Studienergebnisse und bietet Tipps für eine bewusstere Auswahl.

Nicht nur die Menge zählt – die Qualität ist entscheidend

Die in Scientific Reports veröffentlichte Studie, aufbereitet von Fortune, analysierte 1.641 Proteinriegel verschiedener Marken anhand einer globalen Lebensmitteldatenbank. Die Forschenden simulierten die Verdauung im Labor, um die tatsächliche Verwertbarkeit der enthaltenen Proteine zu beurteilen.

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© Towfiqu barbhuiya – Pexels

Dabei zeigte sich: Die Herkunft der Proteine – ob tierisch, pflanzlich oder kollagenbasiert – hatte großen Einfluss auf die Qualität. Manche Riegel erreichten eine Verdaulichkeit von bis zu 86 %, andere nur 47 %. Am besten schnitten Molke- und Kaseinproteine ab, während Reis- und Erbsenproteine weniger effizient vom Körper verwertet wurden.

Zusätze, die den Nährwert mindern

Neben dem Protein selbst beeinflussen auch andere Inhaltsstoffe die Qualität der Riegel negativ. Viele Produkte enthalten Kollagen, Fette, Kohlenhydrate und Ballaststoffe, die die Aufnahme essenzieller Aminosäuren erschweren.

Besonders Kollagen kann den Proteinanteil optisch erhöhen, bringt aber wenig echten Nutzen. Denn es besteht größtenteils aus nicht-essenziellen Aminosäuren, die für Muskelaufbau und Regeneration weniger hilfreich sind. So kann die Aufschrift „hoher Proteingehalt“ täuschen, wenn die Art des Proteins nicht berücksichtigt wird.

Gesundheitsversprechen als Marketinginstrument

Die Studie kritisiert auch die Vermarktungsstrategien vieler Hersteller. Aussagen wie „proteinreich“ vermitteln einen gesunden Eindruck, der oft nicht mit dem tatsächlichen Nährwert übereinstimmt. Viele dieser Riegel fallen unter die Kategorie der stark verarbeiteten Lebensmittel, deren gesundheitliche Auswirkungen zunehmend kritisch gesehen werden.

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© Esra Afşar – Pexels

Expertinnen und Experten warnen, dass solche Werbebotschaften Verbraucherinnen und Verbraucher von nährstoffreicheren Alternativen ablenken und ein falsches Gesundheitsbild fördern können.

Wann sind zusätzliche Proteine wirklich nötig?

Die Ernährungswissenschaftlerin Abbey Sharp betont, dass die meisten Menschen keine zusätzlichen Eiweiße brauchen. Wer seinen Kalorienbedarf über eine ausgewogene Ernährung deckt, nimmt auch genug Protein auf. Nur bestimmte Gruppen – wie ältere Menschen mit wenig Appetit oder unterernährte Personen – könnten von Nahrungsergänzung profitieren.

Für die Allgemeinbevölkerung, auch für Veganerinnen und Vegetarier, reichen Lebensmittel wie Hülsenfrüchte, Nüsse und Vollkorngetreide aus, um den täglichen Proteinbedarf zu decken – ganz ohne verarbeitete Riegel.

Quelle: Infobae.

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