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Wissenschaft

Was die Wissenschaft gerade entdeckt hat, könnte verändern, wie wir nach Leben auf anderen Planeten (und auf der Erde) suchen

Ein winziges Tier wurde beim Leben ohne Sauerstoff entdeckt – etwas, das bisher als biologisch unmöglich galt. Dieser Fund bricht mit den bekannten Regeln über tierisches Leben und eröffnet ein neues Kapitel in der Suche nach Organismen in extremen Umgebungen, sogar außerhalb unseres Planeten.
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Bislang gingen Wissenschaftler davon aus, dass Sauerstoff für jede tierische Lebensform unverzichtbar sei. Doch ein neuer Fund, durchgeführt von einem israelischen Forschungsteam, stellt dieses grundlegende Prinzip infrage. Es handelt sich um eine Kreatur, die das Unvorstellbare geschafft hat: sich vollständig an ein Leben ohne Sauerstoff anzupassen. Der Fund schreibt nicht nur einen Teil der Biologie neu, sondern verändert auch den Fokus der Weltraumforschung.

Das erste Tier, das ohne Sauerstoff lebt

Was die Wissenschaft gerade entdeckt hat, könnte verändern, wie wir nach Leben auf anderen Planeten (und auf der Erde) suchen
© Unsplash – Sarah Brown.

Sein Name ist Henneguya salminicola, und obwohl es unbedeutend erscheinen mag, stellt dieser mikroskopisch kleine Parasit eine wissenschaftliche Revolution dar. Er lebt in den Muskeln bestimmter Pazifiklachse – der Gattung Oncorhynchus – und hat sich so entwickelt, dass er keinen Sauerstoff mehr zum Überleben benötigt.

Im Gegensatz zu allen anderen Tieren hat dieses Wesen vollständig seine mitochondriale DNA verloren – also die „Maschine“, mit der Lebewesen durch Zellatmung Energie erzeugen. Das bedeutet, dass es keinen klassischen aeroben Atmungsprozess mehr durchführt – etwas, das bislang als unverzichtbar für jede tierische Lebensform galt.

Ein Fund, der die Regeln der Biologie infrage stellt

Entdeckt wurde das Tier von Forschern der Universität Tel Aviv, die es mithilfe von Fluoreszenzmikroskopie und genetischer Sequenzierung analysierten. Ihre Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift PNAS veröffentlicht und sorgen derzeit für intensive Diskussionen in der wissenschaftlichen Gemeinschaft.

Bisher war bekannt, dass es Bakterien und andere Mikroben gibt, die völlig ohne Sauerstoff existieren können – aber ein Tier mit dieser Fähigkeit wurde noch nie entdeckt. Die Entdeckung zwingt die Wissenschaft dazu, neu zu definieren, was ein Tier eigentlich ist und welche Bedingungen für komplexes Leben wirklich notwendig sind.

Ein Hinweis auf Leben auf anderen Welten

 

Was die Wissenschaft gerade entdeckt hat, könnte verändern, wie wir nach Leben auf anderen Planeten (und auf der Erde) suchen
© Science Alert.

Die Existenz von Henneguya salminicola eröffnet neue Möglichkeiten für die astrobiologische Forschung. Wenn sich ein Tier auf unserem Planeten an ein Leben ohne Sauerstoff anpassen kann – warum sollte es dann nicht ähnliche Lebensformen auf Welten mit extremen oder fehlenden Atmosphären geben, wie Europa, Enceladus oder sogar dem Mars?

Solche Entdeckungen erweitern das Spektrum der als potenziell bewohnbar geltenden Umgebungen und bieten eine neue Perspektive auf die Geheimnisse des Universums.

Ist das für Menschen gefährlich?

Obwohl der Parasit für den Menschen völlig ungefährlich ist, könnte seine Existenz kommerzielle Auswirkungen haben. Laut dem Portal UOL könnte er die Kontroll- und Vermarktungsstandards von Fisch – insbesondere in der Lachszucht – beeinflussen.

Wichtiger als sein Einfluss auf die Fischerei ist jedoch das, was er symbolisiert: ein Beweis dafür, dass das Leben selbst unter Bedingungen entstehen und bestehen kann, die wir bisher für unmöglich hielten.

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