Jahrelang wurde das Intervallfasten als ideale Lösung zur Gewichtsreduktion und Gesundheitsförderung angepriesen. Doch eine neue Metaanalyse, die auf einer umfassenden Studienauswertung basiert, legt nahe, dass es womöglich nicht so wirksam ist, wie bislang vermutet. Auch wenn bestimmte Varianten kleine Vorteile zeigen, übertreffen die Erfolge nicht die anderer klassischer Diätformen. Ist das Ende des Mythos erreicht?
Was ist Intervallfasten eigentlich?
Der Begriff „Intervallfasten“ bezeichnet keine einzelne Diätform, sondern eine Reihe von Ernährungsmethoden, bei denen die Kalorienzufuhr zeitlich begrenzt wird. Diese Einschränkungen können unterschiedlich aussehen – etwa nur in bestimmten Tageszeiten zu essen oder zwischen Tagen mit normaler Nahrungsaufnahme und (teilweisem) Fasten zu wechseln.

Dieses Konzept hat sowohl in der Wissenschaft als auch in der breiten Öffentlichkeit große Aufmerksamkeit erregt, nicht zuletzt durch erste Studien, die Vorteile für Gewichtsverlust und Stoffwechselgesundheit nahelegten. Doch längst nicht alle Untersuchungen kamen zu denselben Ergebnissen – was zunehmend für Verwirrung sorgt.
Die bisher größte Analyse und ihre Erkenntnisse
Um mehr Klarheit zu schaffen, hat ein Forschungsteam eine systematische Übersichtsarbeit durchgeführt, in der 99 Studien zu verschiedenen Formen des Intervallfastens ausgewertet wurden. Insgesamt nahmen 6.582 Personen teil, die meisten mit Übergewicht oder Adipositas (durchschnittlicher BMI: 31) und gesundheitlichen Begleiterkrankungen.
Das Ergebnis: Nur eine Variante – das alternierende Fasten (abwechselnde Fasten- und Esstage) – zeigte einen spürbaren Effekt auf die Gewichtsreduktion. Doch selbst hier lag der durchschnittliche Gewichtsverlust bei lediglich 1,29 kg – unterhalb der klinisch relevanten Schwelle von 2 kg, die die Autor:innen der Studie selbst definiert hatten. Damit wird die Vorstellung infrage gestellt, dass Intervallfasten anderen Diätformen – etwa einer durchgängigen Kalorienreduktion – überlegen sei.

Es gibt noch viele offene Fragen
Auch wenn Metaanalysen oft mehr Klarheit bringen, bleiben die Aussagen in diesem Fall begrenzt. Die Forschenden weisen auf die große Bandbreite der eingesetzten Methoden, kleine Stichprobengrößen und das Fehlen langfristiger Studien hin.
Zusammenfassend lässt sich sagen: Die derzeitige Datenlage schließt mögliche Vorteile des Intervallfastens nicht aus – aber sie liefert auch keinen eindeutigen Beleg für seine Überlegenheit. Vielleicht ist es nicht das erhoffte Wundermittel, sondern nur eine von vielen möglichen Strategien. Weitere Forschung wird nötig sein, um sein wahres Potenzial zu bestimmen.
Quelle: Xataka.