Nicht jeder Dünger ist so harmlos, wie er klingt! Ärzte warnen eindringlich vor der Verwendung von Fledermauskot (Bat Guano) als Dünger, nachdem zwei Cannabis-Gärtner an einer seltenen, aber tödlichen Pilzinfektion erkrankt sind.
Forscher der University of Rochester haben diesen beunruhigenden Zusammenhang in einer aktuellen Fallstudie dokumentiert. Beide Fälle betrafen Männer, die eine schwere Form der Histoplasmose entwickelten – eine Infektion, die durch das Einatmen von Pilzsporen aus Fledermauskot ausgelöst wird. Dieser Dünger wird in der Cannabis-Szene oft als „natürliches Superfood“ beworben – doch das kann lebensgefährlich enden.
Was ist Histoplasmose?
Histoplasmose beginnt als Lungeninfektion, verursacht durch das Einatmen von Sporen des Pilzes Histoplasma capsulatum. In den meisten Fällen bleibt die Infektion symptomlos oder verursacht milde Beschwerden wie Husten, Fieber oder Muskelschmerzen. Doch in schweren Fällen kann sie sich chronisch in der Lunge festsetzen oder sogar auf andere Organe wie das Gehirn übergreifen – mit potenziell tödlichen Folgen. Besonders gefährdet sind Menschen mit geschwächtem Immunsystem.
Dieser Pilz ist in den zentralen und östlichen Regionen der USA verbreitet und gedeiht besonders gut in mit Vogelkot oder Fledermausguano durchsetzter Erde. Fledermäuse selbst können den Pilz ebenfalls in sich tragen und so zur weiteren Verbreitung beitragen.
Zwei tragische Fälle
In der Fallstudie werden zwei Männer beschrieben, die sich auf unterschiedliche Weise der Gefahr aussetzten:
- Ein 59-jähriger Mann kaufte Bat Guano online und nutzte ihn als Dünger für seine Cannabispflanzen.
- Ein 64-jähriger Mann entdeckte eine Fledermausplage in seinem Dachboden und wollte den dort gesammelten Kot als Dünger verwenden.
Beide erkrankten schwer und litten schließlich an Komplikationen wie Sepsis und weiteren Infektionen. Trotz medizinischer Behandlung verstarben sie. Beide hatten bereits Vorerkrankungen, die ihr Immunsystem geschwächt haben könnten, wie Emphyseme oder eine Herzoperation in der Vergangenheit.
Unterschätzte Gefahr durch Bat Guano
Laut den Forschern der University of Rochester ist der Einsatz von Fledermauskot als Dünger ein wachsender Trend in der Cannabiszucht. Viele Online-Plattformen bewerben Bat Guano als perfekten organischen Dünger aufgrund seines hohen Stickstoffgehalts. Doch weder Bundes- noch lokale Gesundheitsbehörden testen bisher kommerziell verkauften Guano auf das Vorhandensein von Histoplasma capsulatum.
Da Cannabis-Anbau immer populärer wird und die Legalisierung in vielen Regionen voranschreitet, warnen Wissenschaftler davor, dass mehr Menschen unwissentlich diesem Infektionsrisiko ausgesetzt sein könnten. Sie fordern strenge Sicherheitsmaßnahmen:
- Regelmäßige Tests von Fledermauskot-Düngern auf Pilzsporen, bevor diese in den Verkauf gelangen.
- Bessere Aufklärung über die Gefahren von Bat Guano in der Cannabis-Community.
- Risikominimierung, falls Tests nicht möglich sind, z. B. durch sichere Alternativen oder spezielle Schutzmaßnahmen für den Umgang mit Guano.
Fazit: Finger weg von Bat Guano!
Auch wenn Bat Guano als natürlicher Power-Dünger angepriesen wird – die Risiken überwiegen deutlich. Homegrower sollten sich nach sichereren Alternativen umsehen und sich bewusst machen, dass unsachgemäßer Umgang mit organischem Dünger ernste gesundheitliche Folgen haben kann.
Falls du bereits mit Fledermauskot gearbeitet hast und plötzlich grippeartige Symptome bekommst, solltest du nicht zögern, einen Arzt aufzusuchen. Sicherheit geht vor – auch beim Cannabis-Anbau!