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Wissenschaft

Unglaubliche Entdeckung in Italien: Ein über 2000 Jahre alter Tunnel, der Viterbo mit Rom verbindet

Bei Bauarbeiten in Viterbo, Italien, entdeckten Archäologen einen unterirdischen Tunnel, der über 2500 Jahre alt ist und nach Rom führt. Die Struktur, etruskischen Ursprungs, könnte im Laufe der Geschichte mehrere Zwecke erfüllt haben.
Von Thomas Handley Übersetzt von

Lesezeit 2 Minuten

Was als routinemäßige Baustelle im historischen Stadtzentrum von Viterbo, nördlich von Rom, begann, verwandelte sich in eine der beeindruckendsten archäologischen Entdeckungen der letzten Jahre. Unter den Straßen dieser jahrhundertealten Stadt fanden Arbeiter eine perfekt erhaltene unterirdische Struktur, die nach der Inspektion durch Experten als über 2500 Jahre alter etruskischer Tunnel identifiziert wurde.

Ein verborgener Durchgang zwischen Viterbo und Rom

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© Linus Sandvide – Unsplash

Der Tunnel, in vulkanisches Gestein gehauen und etwa drei Meter hoch und zwei Meter breit, erstreckt sich in einer südöstlichen Richtung und durchquert Orte wie Sutri. Laut ersten Schätzungen könnte er bis nach Prima Porta, am Rande Roms, reichen. Diese unterirdische Galerie stammt aus dem 3. Jahrhundert v. Chr., und ihr Entdeckung hat die Archäologen der Universität von Tuscia perplex gemacht.

„So etwas haben wir in Italien noch nie gesehen“, kommentierte einer der verantwortlichen Experten des Projekts. Der Umfang und der Erhaltungszustand des Tunnels deuten darauf hin, dass es sich um ein Bauwerk mit weitreichendem Zweck handelt.

Wozu wurde dieser Tunnel genutzt?

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© Unsplash – Mauro Grazzi

Die ursprüngliche Funktion des Tunnels ist noch unklar, und Experten haben verschiedene Hypothesen. Einige glauben, es handele sich um eine versteckte römische Konsularstraße, während andere auf seinen strengen etruskischen Ursprung plädieren, der für rituelle oder logistische Zwecke genutzt wurde. Es wird auch in Betracht gezogen, dass der Tunnel im Mittelalter als geheimer Durchgang wiederverwendet wurde, besonders in der Zeit, als Viterbo Sitz des Papsttums war.

Fest steht, dass der Tunnel mehrere Bauphasen aufweist: Während der Großteil direkt in das Gestein gehauen wurde, wurden Segmente mit Ziegeln und Bögen identifiziert, was auf Umarbeitungen durch verschiedene Kulturen im Laufe der Jahrhunderte hindeutet.

Viterbo, das Land uralter Geheimnisse

Dies ist nicht die einzige bemerkenswerte Entdeckung in der Region. Viterbo und seine Umgebung sind Schauplatz außergewöhnlicher archäologischer Funde, die ihre Rolle als Schlüsselort der etruskischen Zivilisation und der römischen Welt unterstreichen.

Die Grabkammer des Triclinio in Tarquinia

Nur wenige Kilometer von Viterbo entfernt, in Tarquinia, befindet sich die Grabkammer des Triclinio, eine der berühmtesten etruskischen Stätten. Diese 1830 entdeckte Grabkammer ist mit Fresken dekoriert, die Bankette und Tänze zeigen und einen einzigartigen Einblick in das Leben und die Bräuche der etruskischen Aristokratie des 5. Jahrhunderts v. Chr. bieten.

Das versiegelte Grab der Nekropole von Osteria

Im Jahr 2023 wurde im archäologischen Park von Vulci eine doppelte Grabkammer entdeckt, die über 2600 Jahre versiegelt war. Der Bestattungsinventar umfasste griechische Amphoren, Keramiken, Schmuck und Gegenstände, die den hohen Grad an Raffinesse und internationalem Handel der etruskischen Elite belegen.

Eine Geschichte voller Geheimnisse

Dieser neue Tunnel, der zwischen Viterbo und Rom entdeckt wurde, ist nicht nur ein archäologisches Juwel aufgrund seines Alters, sondern auch ein Schlüsselstück, um die Infrastruktur, Kultur und Verbindungen zwischen den großen Zivilisationen zu verstehen, die das Zentrum Italiens bewohnten. Ein verborgener Durchgang, der nach tausenden von Jahren wieder ans Licht kommt, um uns einen weiteren Teil der Geschichte zu erzählen.

[Quelle: El Cronista]

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