In den letzten Tagen haben NASA-Satelliten eine beeindruckende Ansammlung tropischer Zyklone über den Indischen und Pazifischen Ozean eingefangen. Besonders bemerkenswert: Drei Stürme gleichzeitig im Pazifik – ein seltenes Ereignis. Doch auch im Indischen Ozean wüten zur selben Zeit drei Zyklone. Die Satellitenbilder zeigen nicht nur die geballte Kraft des Wetters auf der Südhalbkugel, sondern auch, wie wichtig moderne Satellitentechnologie zur Überwachung solcher Extremwetterereignisse ist.
Stürme im Visier der NASA
Die Aufnahmen stammen vom NOAA-20-Satelliten der US-amerikanischen Wetterbehörde National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA). Sein Visible Infrared Imaging Radiometer Suite (VIIRS)-Sensor erfasste die tropischen Stürme am 26. Februar. Auf den Bildern sind die Zyklone Garance und Honde zu sehen, die sich auf beiden Seiten Madagaskars drehen, während Bianca vor der Westküste Australiens liegt. Im Pazifik befinden sich die Zyklone Alfred und Seru östlich von Nordaustralien.
Laut einem Bericht des NASA Earth Observatory hatte es noch einen weiteren, mittlerweile abgeschwächten Sturm gegeben, der zuvor schwere Regenfälle auf Fidschi gebracht hatte. Dieser hatte sich jedoch bereits zu stark aufgelöst, um auf den neuen Satellitenbildern sichtbar zu sein.
Bedrohliche Stärke der Zyklone
Obwohl sich einige Stürme bereits abschwächen, bleibt die Situation angespannt. Zyklon Seru erreichte die Kategorie 1 auf der Saffir-Simpson-Skala – der international anerkannten Skala zur Einstufung der Intensität von Wirbelstürmen. Alfred war zum Zeitpunkt der Aufnahme ein Kategorie-2-Sturm, verstärkte sich aber bereits am nächsten Tag auf Kategorie 4.
Zyklon Bianca befindet sich mittlerweile in der Endphase seiner Entwicklung. Der Sturm erreichte am 25. Februar noch Kategorie 3, blieb jedoch weit entfernt von Land und schwächte sich bereits am Folgetag wieder auf ein tropisches Sturmtief ab. Doch die beiden anderen Stürme im Indischen Ozean, Garance und Honde, sind weiterhin stark und könnten an Land spürbare Auswirkungen haben. Insbesondere für Madagaskar wird mit heftigen Regenfällen, starken Winden und Sturmfluten gerechnet.
Warme Ozeane als Treiber der Stürme
Laut NASA dürften die derzeit hohen Meerestemperaturen und eine schwache Windscherung zur Bildung und Intensität der Zyklone beigetragen haben. Diese Faktoren spielten bereits im vergangenen Jahr eine entscheidende Rolle, als Hurrikan Milton innerhalb von nur sieben Stunden von einem Kategorie-1-Sturm auf die höchste Stufe 5 anwuchs.
Seit September hält sich eine marine Hitzewelle westlich von Australien, und die NOAA beobachtete in diesem Monat besonders hohe Wassertemperaturen in dieser Region. Dies passt ins saisonale Muster: Die Hauptzeit für tropische Wirbelstürme auf der Südhalbkugel reicht von November bis April.
High-Tech-Tools zur Wetterbeobachtung
Die aktuellen Satellitenbilder sind ein weiterer Beweis dafür, wie wichtig Raumfahrttechnologie für das Verständnis und die Überwachung des globalen Klimas ist. Mit neuen Missionen wie NISAR (ein gemeinsames Projekt von NASA und der indischen Raumfahrtbehörde ISRO), die noch in diesem Jahr starten soll, wird die Erdbeobachtung noch präziser werden. Diese Mission wird die Veränderungen der Erdoberfläche mit bisher unerreichter Genauigkeit messen und könnte einen wertvollen Beitrag zur Klimaforschung und Katastrophenvorhersage leisten.