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Wissenschaft

Und was, wenn deine neuen Zähne auch fühlen könnten? Die Revolution beginnt im Zahnfleisch

Eine neue Generation künstlicher Zähne verspricht eine echte Revolution: Sie ersetzen nicht nur die natürlichen, sondern wachsen direkt im Zahnfleisch und verbinden sich mit den Nerven. Diese innovative Technologie, die bereits an Mäusen getestet wurde, könnte das Gefühl im Mund zurückbringen – und die Zahnprothetik grundlegend verändern.
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Lesezeit 2 Minuten

Seit Jahren helfen Zahnimplantate Menschen dabei, ihre Kaufunktion wiederzuerlangen. Doch was bislang wie Science-Fiction klang, rückt nun in greifbare Nähe: Prothesen, die nicht nur kauen, sondern auch fühlen können. Dank eines wegweisenden Durchbruchs ist es Wissenschaftler*innen gelungen, künstliche Zähne zu entwickeln, die im Zahnfleisch wachsen und mit dem Gehirn kommunizieren. Die Zukunft der Zahnmedizin steht vor einem radikalen Wandel.

Eine Prothese, die mehr kann als nur kauen

Die meisten heutigen Implantate sind ausschließlich dafür gemacht, Nahrung zu zerkleinern. Doch unsere echten Zähne können weit mehr: Sie helfen beim Sprechen, nehmen Temperatur und Textur wahr und funktionieren als Sensoren, die direkt Informationen über Nerven an das Gehirn weiterleiten.

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© Pavel Danilyuk – Pexels

Diese Verbindung geht mit herkömmlichen Implantaten verloren. Sie werden im Kiefer verschraubt und stehen in keinem Kontakt zu den Nervenendigungen. Das bedeutet: Man kann zwar wieder essen, aber ohne echtes Gefühl im Mund. Das könnte sich jetzt grundlegend ändern – dank einer neuen Generation künstlicher Zähne, entwickelt von Forschenden der Tufts University.

Diese neuartigen Zähne werden nicht eingepflanzt, sondern wachsen direkt im Zahnfleisch. Dabei integrieren sie sich nach und nach mit den dort vorhandenen Nerven – und könnten so einen Teil des verlorenen Sinneseindrucks zurückbringen.

Wie sie funktionieren – und warum sie so revolutionär sind

Das Geheimnis liegt in ihrem Aufbau: Die neuen Zähne sind mit einer biologisch abbaubaren Schicht überzogen, die Stammzellen und ein entscheidendes Protein enthält. Diese Kombination bewirkt, dass sich die Stammzellen im Wachstum in Nervengewebe verwandeln – und sich mit den umliegenden Nerven im Zahnfleisch verbinden.

Mit der Zeit löst sich die äußere Schicht auf, und der voll integrierte Zahn tritt hervor. Eine Basis aus Nanofasern aus Gummi sorgt dafür, dass sich der Zahn sanft ausdehnt und stabil im Mund sitzt – ganz ohne invasive Chirurgie.

Das Ergebnis ist ein Zahn, der nicht nur wie ein echter aussieht und funktioniert, sondern auch das verlorene Gefühl zurückbringen soll.

Von der Maus in den Zahnarztstuhl

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© Kaboompics.com .- Pexels

Bislang wurden die Versuche erfolgreich an Mäusen durchgeführt. Zuerst konnte gezeigt werden, dass die Zähne korrekt wachsen. Der nächste, entscheidende Schritt ist nun, zu prüfen, ob die neuen Zähne tatsächlich Sinneseindrücke an das Gehirn weiterleiten.

Dazu werden Forscher*innen die Gehirnaktivität der Tiere beim Essen untersuchen – auf der Suche nach Hinweisen, dass die neuen Zähne tatsächlich fühlen. Wenn diese Tests positiv verlaufen, wäre das ein echter Meilenstein in der regenerativen Zahnmedizin.

Noch ist es ein weiter Weg bis zur Anwendung in Zahnkliniken. Doch alles deutet darauf hin, dass wir eines Tages Implantate haben könnten, die nicht nur wie Zähne aussehen – sondern sich auch so anfühlen.

Quelle: Hipertextual

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