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Über eine Million Igloo-Kühlboxen wegen Fingeramputationen zurückgerufen

Bereits 12 gemeldete Fälle von Knochenbrüchen, Schnittverletzungen und sogar abgetrennten Fingerspitzen.
Von Matt Novak Übersetzt von

Lesezeit 2 Minuten

Die US-Verbraucherschutzbehörde (CPSC) hat am Donnerstag einen Rückruf für mehr als eine Million rollbare Igloo-Kühlboxen herausgegeben, wie aus einer offiziellen Pressemitteilung hervorgeht. Die Deckel der Igloo 90 Qt. Flip & Tow Rolling Coolers sind für mindestens 12 Amputationen von Fingerspitzen, Knochenbrüche und tiefe Schnittverletzungen verantwortlich.

Die betroffenen Igloo-Kühlboxen wurden zwischen Januar 2019 und Januar 2025 verkauft und kosteten zwischen 80 und 140 US-Dollar. Der Rückruf umfasst auch etwa 23.000 Kühlboxen in Mexiko und 47.000 in Kanada, wobei die kanadische Verbraucherschutzbehörde angibt, dass dort bislang keine Verletzungen gemeldet wurden.

Welche Kühlboxen sind betroffen?

Der Rückruf betrifft alle 90 Qt. Flip & Tow Rolling Coolers, die vor Januar 2024 hergestellt wurden. Das Herstellungsdatum ist auf der Unterseite der Kühlbox in einem kreisförmigen Muster aufgedruckt: Ein Pfeil zeigt auf den Monat, während die letzten zwei Ziffern des Jahres im Inneren des Kreises stehen – eine Abbildung dazu stellt die CPSC auf ihrer Website zur Verfügung.

 

Cpsc
Image: CPSC

Die betroffenen Kühlboxen wurden in verschiedenen Farbkombinationen verkauft. Eine vollständige Liste aller Modellnummern findet sich auf der CPSC-Website. Die Modellnummer kann zudem auf einem Etikett an der Unterseite der Kühlbox überprüft werden.

Wo wurden die Kühlboxen verkauft?

Die Kühlboxen waren bei Costco, Target, Academy, Dick’s und zahlreichen weiteren Einzelhändlern in den USA erhältlich. Online-Händler wie Amazon.com, Igloocoolers.com und viele andere Websites führten sie ebenfalls im Sortiment.

Warum besteht eine Gefahr?

„Der Zuggriff kann die Fingerspitzen der Verbraucher gegen die Kühlbox quetschen und stellt eine Gefahr für Fingeramputationen und Quetschverletzungen dar,“ erklärte die CPSC in einer offiziellen Mitteilung.

Verbraucher sollten die zurückgerufenen Kühlboxen sofort nicht mehr verwenden und sich an Igloo wenden, um einen kostenlosen Ersatzgriff zu erhalten.

Ein fragiler Verbraucherschutz unter Trump und Musk

In den letzten Wochen haben Präsident Donald Trump und Elon Musks DOGE-Team rücksichtslos bei Bundesbehörden den Rotstift angesetzt. Doch bislang gibt es noch keine Anzeichen, dass sie auch die Verbraucherschutzbehörde CPSC ins Visier genommen haben – zumindest noch nicht.

Doch es scheint nur eine Frage der Zeit zu sein, bis Musk und seine zweifelhafte Truppe von DOGE-Programmierern anfangen, Regulierungsbehörden wie die CPSC zu demontieren – Behörden, die Verbraucher warnen, wenn gefährliche Produkte auf dem Markt sind, sei es bei Stanley-Thermoskannen, Anker-Lautsprechern oder eben bei Kühlboxen, die Menschen die Finger abtrennen.

Mit der Bestätigung von Robert F. Kennedy Jr. als Gesundheitsminister am Donnerstag dürfte der öffentliche Gesundheitsschutz weiter geschwächt werden. Milliardäre haben nun das Sagen – und sie hoffen, sämtliche Sicherheitsvorkehrungen abzubauen, die Amerikaner seit über einem Jahrhundert geschützt haben.

Produktrückrufe, Lebensmittelwarnungen und Medikamentensicherheitsprüfungen sind Dinge, die in Zukunft vielleicht einfach verschwinden, ohne dass es die meisten Menschen überhaupt merken.

Immerhin: Zwölf Personen, die sich Knochen brechen oder ihre Fingerspitzen durch einen fehlerhaften Kühlboxdeckel verlieren, sind in der großen Rechnung wohl nur ein kleiner Preis. Genauso wie ein einziger Todesfall oder ein paar Dutzend Krankenhausaufenthalte wegen verdorbenen Zwiebeln bei McDonald’s – Dinge, die unbemerkt bleiben würden, wenn es kein funktionierendes Sicherheits- und Verbraucherschutzsystem gäbe.

Die Welt wird bald ein gefährlicherer Ort sein. Aber die meisten Menschen werden es nicht einmal bemerken.

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