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Tech

Twitch setzt neue Speicherlimits – Gefahr für Gamer-Archive?

Vergangene Streams sind nur so lange sicher, bis sie zu teuer werden
Von AJ Dellinger Übersetzt von

Lesezeit 2 Minuten

Das Internet vergisst nichts… bis es doch passiert. Am Mittwoch kündigte Twitch neue Einschränkungen für gespeicherte Videos an. Ab dem 19. April 2025 tritt eine Speicherbegrenzung von 100 Stunden für archivierte Highlights und Uploads in Kraft.

Wer mehr als 100 Stunden an gespeichertem Content auf seinem Account hat, muss selbst Hand anlegen und Highlights oder Uploads löschen – auch unveröffentlichte Inhalte, die zwar auf dem Kanal gesichert, aber nicht öffentlich sichtbar sind. Falls nicht, wird Twitch automatisch Videos mit den wenigsten Aufrufen löschen, bis der Account unter der Grenze liegt.

Die Plattform macht keinen Hehl daraus, dass Geld die treibende Kraft hinter dieser Entscheidung ist: „Das Speichern dieser Inhalte ist kostspielig“, erklärt Twitch und begründet die neue Regelung damit, dass weniger archivierte Inhalte die Ressourcen effizienter nutzbar machen. Dadurch könne man weiterhin in neue Features und Verbesserungen investieren.

Speedrunner und Archivliebhaber schlagen Alarm

Laut Twitch betrifft die Änderung nur 0,5 % aller Creators – doch das bedeutet trotzdem, dass potenziell Millionen von Stunden an Videos verschwinden werden. Besonders hart trifft es die Speedrunning-Community: Viele Streamer speichern ihre Rekordläufe als Highlights, um Meilensteine festzuhalten.

SummoningSalt, ein bekannter YouTuber, der Dokumentationen über Speedrunning-Geschichte produziert, nannte die Entscheidung von Twitch auf Bluesky einen „wirklich traurigen Tag für Speedrunning“. Auch Speedrunner MrJimmysteel25 kritisierte die Entscheidung und betonte auf X (ehemals Twitter), dass es bei Highlights nicht um „Engagement oder Reichweite“ gehe, sondern um den Erhalt von Geschichte: „Ihr zerstört JAHRE an Speedrunning- und Community-Geschichte.“

Alternative: Videos selbst speichern – aber zu welchem Preis?

Zwar bietet Twitch den Creators die Möglichkeit, ihre eigenen Highlights herunterzuladen, aber das führt zu einem neuen Problem: lokaler Speicherplatz. Und die Frage bleibt, ob diese neue Regel nur der Anfang ist. Sollte Twitch in Zukunft noch weiter sparen müssen, könnte das nächste Limit nicht lange auf sich warten lassen.

Ironischerweise gehört Twitch zu Amazon – dem Betreiber des größten Cloud-Speicherdienstes der Welt. Diese Entscheidung führt daher einmal mehr vor Augen: Wer digitale Geschichte einer großen Firma anvertraut, muss damit rechnen, dass sie nur so lange bewahrt wird, wie es sich finanziell lohnt.

 

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