Die Starliner-Saga zieht sich nun schon seit fast fünf Monaten hin, aber der frisch ins Amt gewählte Präsident Donald Trump will sich nun als Retter in letzter Sekunde inszenieren. NASA wird laut Berichten eine SpaceX-Dragon-Raumkapsel gegen eine andere austauschen, um die beiden Starliner-Astronauten früher zurückzubringen – ein Versuch, Trumps lautstarken Rettungsversuch umzusetzen, der faktisch gar nicht nötig ist.
NASA arbeitet Berichten zufolge daran, zwei Astronauten der Internationalen Raumstation (ISS) bereits am 19. März zur Erde zurückzubringen – etwa zwei Wochen früher als ursprünglich geplant, so eine anonyme Quelle gegenüber Ars Technica. Dies geschieht kurz nachdem Präsident Trump erklärte, er habe SpaceX-Gründer und CEO Elon Musk gebeten, die „zwei mutigen Astronauten abzuholen, die von der Biden-Regierung praktisch im All ausgesetzt wurden“, schrieb er auf Truth Social. Der vorgezogene Rückflug der Starliner-Crew erfordert nicht nur Umstrukturierungen am Boden, sondern wird auch eine private Mission zur ISS verzögern.
Hintergrund zur Starliner-Mission
Die NASA-Astronauten Suni Williams und Butch Wilmore starteten am 5. Juni 2024 mit Boeings CST-100 Starliner zur ISS. Ursprünglich war eine achttägige Mission geplant, doch Probleme mit den Triebwerken des Raumschiffs führten dazu, dass die NASA entschied, den Starliner leer zur Erde zurückzuschicken – er wurde als unsicher für den Crew-Transport eingestuft.
Infolgedessen startete NASA im September 2024 die Crew-9-Mission mit nur zwei Astronauten statt der geplanten vier, um Platz für Williams und Wilmore zu lassen. Diese sollten im Februar zusammen mit Crew-9 zur Erde zurückkehren. Doch erneute Verzögerungen brachten den Zeitplan durcheinander. Die SpaceX Crew-10-Mission, die ursprünglich für Februar vorgesehen war, wurde aufgrund technischer Probleme verschoben. Da Crew-9 erst gehen kann, wenn Crew-10 auf der ISS angekommen ist, wurde der Rückflug der Starliner-Astronauten weiter auf Anfang April verschoben.
NASA ändert den Plan
Nun rechnet NASA damit, dass die Dragon-Kapsel für den ISS-Flug erst Ende April startbereit ist. Laut Ars Technica hat die Raumfahrtbehörde SpaceX daher gebeten, die Crew-10-Mission mit dem Dragon-Raumschiff C210 frühestens am 12. März zu starten. Dieses spezielle SpaceX-Fahrzeug, „Endurance“ genannt, kehrte im März 2024 nach Abschluss der Crew-7-Mission zur Erde zurück und sollte im Frühjahr für die vierte private Axiom-Space-Mission zur ISS eingesetzt werden.
Falls der neue Plan umgesetzt wird, würden Williams und Wilmore bereits am 19. März zur Erde zurückkehren – nach 286 Tagen im All.
Politische Instrumentalisierung der Mission
Astronauten verbringen normalerweise rund sechs Monate auf der ISS, manche sogar über ein Jahr. Obwohl die Dauer ihres Aufenthalts nicht ungewöhnlich ist, hat die Geschichte der Starliner-Astronauten weltweite Medienaufmerksamkeit erregt und seit Trumps Amtsantritt eine politische Dimension erhalten. Während ihr Flug ins All tätsächlich problematisch verlief, wurden die Astronauten zu keiner Zeit „ausgesetzt“ oder brauchten eine überstürzte Rettung.
Die Entscheidung, ihre Rückkehr vorzuziehen, scheint eher politisch motiviert als technisch notwendig. Doch für Trump bietet sich hier die Gelegenheit, sich als entschlossener Anführer zu präsentieren – selbst wenn die Rettung in Wahrheit gar nicht benötigt wird.