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Trump will „entnuklearisieren“ – Europa besorgt um Allianzen

"Wir haben doch schon genug – die Welt könnte 50- oder 100-mal zerstört werden"
Von Matt Novak Übersetzt von

Lesezeit 2 Minuten

US-Präsident Donald Trump hat erklärt, dass er die USA gemeinsam mit Russland und China „entnuklearisieren“ will. Sein Ziel: das amerikanische Militärbudget halbieren. Diese Aussagen kommen zu einem Zeitpunkt, an dem europäische Regierungen zunehmend alarmiert auf Trumps Rhetorik zurückblicken, insbesondere in Bezug auf den Krieg zwischen Russland und der Ukraine.

Trump machte diese Bemerkungen am Donnerstag im Oval Office, als er mit Journalisten sprach. Dabei betonte er wiederholt, dass die Welt unter seiner Führung sicherer sei.

„Es gibt keinen Grund, dass wir neue Atomwaffen bauen. Wir haben doch schon so viele“, sagte Trump. „Man könnte die Welt 50-mal, 100-mal zerstören. Und trotzdem bauen wir neue Waffen – und die anderen machen es genauso.“

Die Angst vor einem nuklearen Armageddon ist eine von Trumps wenigen Eigenschaften, mit der sich viele Menschen identifizieren können. Doch seine Absichten werden zweifellos hinterfragt – insbesondere angesichts seiner freundlichen Beziehungen zu autoritären Staatschefs weltweit.

„Eines der ersten Treffen, das ich haben will, ist mit Präsident Xi von China und Präsident Putin von Russland“, erklärte Trump. „Ich will sagen: Lasst uns unser Militärbudget halbieren. Und ich glaube, das können wir schaffen.“

China holt auf – Trump warnt vor nuklearer „Auslöschung“

Trump betonte, dass China zwar weniger Atomwaffen besitze als die USA, aber in etwa fünf bis sechs Jahren aufholen könnte. Falls Atomwaffen je zum Einsatz kommen sollten, wäre das ein „sehr trauriger Tag“.

„Wenn der Tag kommt, an dem diese Waffen wirklich benutzt werden – die, die wir bauen, die Russland hat und die China in Zukunft haben wird – dann war’s das. Das wäre das Ende. Eine absolute Auslöschung.“

Das Pressegespräch am Donnerstag, das auf YouTube über die Associated Press abrufbar ist, behandelte auch weitere Themen wie internationalen Handel. Trump erklärte, dass er 2020 härtere Zölle gegen Europa verhängen wollte, doch die COVID-19-Pandemie habe seine Pläne durchkreuzt.

Spannungen in Europa – USA auf Distanz zu Verbündeten

US-Vizepräsident JD Vance ist derzeit in Deutschland bei der Münchner Sicherheitskonferenz, wird dort aber offenbar nicht mit Kanzler Olaf Scholz zusammentreffen. Laut Politico sei dies eine „ernste diplomatische Abfuhr“.

Auch Verteidigungsminister Pete Hegseth ist in Europa unterwegs und sendet klare Signale an die Verbündeten der USA: Die Vereinigten Staaten wollen nicht mehr die Hauptlast tragen, sollte es zu einem neuen Krieg auf dem Kontinent kommen.

„Macht euch nichts vor: Präsident Trump wird nicht zulassen, dass Onkel Sam zu ‚Onkel Trottel‘ wird“, sagte Hegseth am Donnerstag auf einer Pressekonferenz im NATO-Hauptquartier in Brüssel, so Reuters.

Währenddessen macht die Trump-Administration deutlich, dass sie gesprächsbereit gegenüber geopolitischen Rivalen wie Russland und China ist. Wer glaubt, dass sich unter einem „starken Mann“ an der Spitze nicht schnell alles verändern kann, könnte bald eines Besseren belehrt werden.

 

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