Ein Stück des Mondes wurde 1972 von zwei NASA-Astronauten zur Erde gebracht und stand in den letzten vier Jahren als Symbol für Amerikas lunare Ambitionen im Oval Office des Weißen Hauses. Doch nachdem Donald Trump sein Amt übernahm, wurde der Mondstein durch eine Urne ersetzt – vermutlich, da sich die neue Regierung eher auf den Mars als auf den Mond konzentrieren möchte.
Aktuelle Bilder des Oval Office zeigen, dass der Apollo-Mondstein aus seinem Regal links neben Trumps Schreibtisch entfernt wurde – ein Teil der Neugestaltung des Weißen Hauses, wie collectSpace zuerst berichtete. Während seiner Antrittsrede am 20. Januar versprach Trump, die amerikanische Flagge auf dem Mars zu hissen, während er die laufenden Bemühungen der NASA, bis 2027 Astronauten auf den Mond zu bringen, weitgehend überging.

Die NASA hatte den Mondstein der Biden-Regierung 2021 als Leihgabe überlassen – in Anerkennung der bisherigen Mondmissionen und als Symbol für die aktuelle Moon-to-Mars-Strategie der Raumfahrtbehörde. Die Probe wurde von den Apollo-17-Astronauten, den letzten Menschen auf der Mondoberfläche, gesammelt. Der 332 Gramm schwere Stein stammt von einem großen Felsen und entstand vermutlich vor 3,9 Milliarden Jahren während eines gewaltigen Einschlags auf der erdzugewandten Seite des Mondes, so die NASA.
Ein Symbol der Raumfahrtpolitik oder nur eine Dekorationsentscheidung?
Nach vier Jahren im Weißen Haus wurde der Mondstein nun zurückgegeben, wie ein Sprecher der NASA gegenüber collectSpace per E-Mail bestätigte. Vor seiner Zeit in Washington befand sich die Probe im Lunar Sample Laboratory Facility des Johnson Space Center in Houston.
Ob die Entfernung des Mondsteins mit den Weltraumplänen der aktuellen Regierung zusammenhängt, bleibt unklar. Es ist üblich, dass das Oval Office bei einem Präsidentenwechsel neu gestaltet wird. Laut dem Wall Street Journal ließ Trump unter anderem eine Büste von Winston Churchill sowie Militärflaggen zurückbringen, die der vorherige Präsident Joe Biden entfernt hatte.
Anfragen an das Weiße Haus und die White House Historical Association blieben bis zur Veröffentlichung unbeantwortet.
Seit Trumps Amtsantritt hat die NASA Schwierigkeiten, sich an die neuen Exekutivanordnungen anzupassen. In seiner Antrittsrede erwähnte Trump den Mond nicht, sondern betonte lediglich, dass es darum gehe, „amerikanische Astronauten auf den Mars zu schicken, um dort die Sterne und Streifen zu pflanzen.“
Die NASA setzt weiterhin auf eine Moon-to-Mars-Strategie, bei der der Mond als Testumgebung für eine künftige Marslandung in den 2030er Jahren dient. Elon Musk, Milliardär und Gründer von SpaceX, bevorzugt hingegen einen direkten Mars-Kurs ohne Umweg über den Mond. Musk ist ein enger Berater von Trump, und der neue Präsident könnte sich stärker an den kommerziellen Ansätzen der Raumfahrtindustrie orientieren – was sich auch in der Ernennung von Privatastronaut Jared Isaacman zum NASA-Administrator zeigt.
Die neue Gestaltung des Oval Office könnte also Trumps Mars-Fokus widerspiegeln, indem der Mondstein aus dem Weißen Haus verbannt wurde. Auch wenn die Probe bereits tausende Kilometer von der Mondoberfläche zur Erde gereist ist, spielt ihr Rücktransport nach Houston keine große Rolle – die eigentliche Frage bleibt jedoch, ob die USA zum Mond zurückkehren oder direkt den Mars ansteuern sollten.