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Trinkwasser in der Wüste? Die innovative Methode, die es möglich macht

Forscher haben bewiesen, dass es möglich ist, in extrem trockenen Regionen Trinkwasser zu gewinnen, indem ein einfaches und kostengünstiges Verfahren angewendet wird. In der Atacama-Wüste hat dieses System in den günstigsten Monaten bis zu 10 Liter Wasser pro Quadratmeter gesammelt und bietet eine hoffnungsvolle Lösung für Gemeinschaften mit Wasserknappheit.
Von Thomas Handley Übersetzt von

Lesezeit 2 Minuten

Der Zugang zu Trinkwasser bleibt ein kritisches Problem

Der Zugang zu Trinkwasser ist in vielen Teilen der Welt nach wie vor ein dringendes Problem, insbesondere in wasserarmen Regionen, in denen Niederschläge minimal oder nicht vorhanden sind. Ein herausragendes Beispiel ist Alto Hospicio, eine chilenische Gemeinde in der Nähe von Iquique, die mehr als 140.000 Menschen beherbergt und deren Wirtschaft hauptsächlich von der Lithiumförderung abhängt.

Die größte Herausforderung für diese Gemeinde

Die größte Herausforderung für diese Gemeinschaft ist das Fehlen einer nachhaltigen Wasserquelle. Nur 1,6 % der Bewohner von informellen Siedlungen haben Zugang zu einem Verteilungsnetz, während die Mehrheit auf Wasserlieferungen von Tankwagen angewiesen ist.

Die Lösung: Wasser aus Nebel gewinnen

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© Unsplash – Joshua Earle

Angesichts der Notwendigkeit, tragfähige Alternativen zu finden, hat ein Forscherteam bewiesen, dass die Nebelerfassung eine zuverlässige Quelle für Trinkwasser bereitstellen kann. Diese Methode, dokumentiert in der Zeitschrift Frontiers in Environmental Science, besteht darin, Fangnetze zwischen zwei Pfosten zu installieren, die es den in der Nebel geschlossenen Feuchtigkeitstropfen ermöglichen, sich anzusammeln und in Speichertanks geleitet zu werden.

Die Studie ergab, dass in einer Fläche von 100 Quadratkilometern zwischen 0,2 und 5 Litern Wasser pro Quadratmeter pro Tag gesammelt werden können, abhängig von der Dichte des Nebels. In den Monaten mit der höchsten Feuchtigkeitskonzentration (August und September) kann die Menge sogar bis zu 10 Litern pro Quadratmeter erreichen.

Um die informellen Siedlungen in Alto Hospicio mit 300.000 Litern pro Woche zu versorgen, wären etwa 17.000 Quadratmeter Netze erforderlich – eine Fläche, die drei Fußballfeldern entspricht.

Ein nachahmbares Modell in anderen Regionen

Die Forscherin Nathalie Verbrugghe von der Freien Universität Brüssel betonte die Wichtigkeit dieser Forschung und wies darauf hin, dass ihr Erfolg in Alto Hospicio die Tür zur Umsetzung in anderen städtischen Gebieten mit Wasserknappheit öffnet.

Obwohl die Technik bisher hauptsächlich in abgelegenen ländlichen Gemeinschaften eingesetzt wurde, macht ihre Einfachheit und der niedrige Kostenfaktor sie zu einer tragfähigen Option für städtische Umgebungen in wasserarmen Regionen.

Diese Fortschritte repräsentieren eine echte Hoffnung für viele Gemeinschaften, die mit einer Wasserkrise konfrontiert sind. Die Möglichkeit, die Feuchtigkeit aus der Luft zu nutzen, ohne teure Infrastrukturen oder einen signifikanten Energieverbrauch zu benötigen, könnte einen Wendepunkt im Kampf gegen die Wasserknappheit weltweit darstellen.

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