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Wissenschaft

Treffe Grace: Der springende Roboter, der in die dunkelsten Krater des Mondes eintaucht

Ein bahnbrechender Mond-Explorer wird nach Wasser suchen, indem er in und aus Kratern hüpft.
Von Passant Rabie Übersetzt von

Lesezeit 3 Minuten

Eine neue Mondmission mit großen Zielen

Lerne Grace kennen, den mutigen Hopper-Roboter, der dafür entwickelt wurde, in die tiefsten, ewigen Schatten des Mondes einzutauchen und dabei noch nie dagewesene Einblicke in Krater in der Nähe des südlichen Pols zu liefern.

Das in Houston ansässige Unternehmen Intuitive Machines bereitet sich auf seine zweite Mondmission im Rahmen von NASAs Commercial Lunar Payload Services (CLPS)-Programm vor. Der Mondlander des Unternehmens soll während eines viertägigen Startfensters, das am 26. Februar öffnet, mit einer SpaceX Falcon 9-Rakete ins All gebracht werden. An Bord befinden sich wissenschaftliche Experimente der NASA, Technologiedemonstrationen und kommerzielle Nutzlasten. Der Lander mit dem Namen Athena wird auf Mons Mouton, einem Hochplateau nahe des Mond-Südpols, zielen. Wenn die Landung erfolgreich ist, wird Athena seine Fracht entladen, darunter den Micro-Nova-Roboter Grace, der in einen nahegelegenen Krater springen und wieder herauskommen wird.

Technologische Innovation: Der springende Roboter

Der Roboter wurde nach Grace Hopper benannt, einer bahnbrechenden Mathematikerin und Informatikerin, die sich für zugängliche Programmierung einsetzte. Symbolisch gesehen soll auch Grace, der Roboter, die dunklen und unerforschten Regionen des Mondes der Welt zugänglich machen.

Im Gegensatz zu seiner menschlichen Namensgeberin ist Grace allerdings eine kleine Drohne, die mit Antriebsdüsen ausgestattet ist und sich hüpfend über die Mondoberfläche bewegt. Der Micro-Nova-Hopper wird insgesamt fünf Sprünge durchführen, wobei er mit jedem Hüpfer höher fliegt. Mit seinen eingebauten Thruster-Düsen wird sich Grace schrittweise in die Höhe katapultieren, bis es beim dritten Sprung eine Höhe von 100 Metern erreicht. Danach beginnt die Reise in einen permanent schattigen Krater.

Das Ziel ist Crater H, ein etwa 20 Meter tiefer Krater, der rund 500 Meter vom Landeplatz Athenas entfernt liegt, so Trent Martin, Senior Vice President für Raumfahrtsysteme bei Intuitive Machines, in einer Pressekonferenz, berichtete Space.com. Dort wird Grace nach Wasser und anderen Ressourcen suchen sowie mit seinen Kameras hochauflösende Bilder aufnehmen. Die Kommunikation mit Athena wird durch Nokias Lunar Surface Communication System aufrechterhalten – eine der kommerziellen Nutzlasten des Landers, die das erste 4G/LTE-Netzwerk auf dem Mond aufbauen soll.

Der Roboter soll etwa 45 Minuten auf dem Kraterboden verbringen, bevor er wieder nach oben springt. „Die Idee ist, dass wenn du einen wirklich tiefen Krater hast und hinein willst, warum nicht mit etwas wie einer Drohne?“, sagte Martin gegenüber Space.com.

Grace ist eine technologische Premiere, denn bisher hat kein springender Roboter den Mond erkundet. Zwar hat Ingenuity, der kleine Helikopter, der den Mars gemeinsam mit dem Perseverance-Rover erforscht, bereits kurze Flüge unternommen, aber eine springende Erkundung des Mondes gab es bisher noch nicht. Auch China plant mit seiner Chang’e 7-Mission, die für 2026 angesetzt ist, einen ähnlichen Hopper auf die Mondoberfläche zu schicken.

Intuitive Machines ist kein Neuling in der Mondforschung. Bereits im Februar 2024 brachte das Unternehmen seinen ersten Lander namens Odysseus zum Mond. Zwar erreichte Odysseus die Oberfläche, doch die Landung verlief nicht ganz nach Plan. Einer der Landebeine könnte sich beim Abstieg verfangen haben, was dazu führte, dass der Lander seitlich auf einem Felsen zu liegen kam. Falls du es noch nicht bemerkt hast: Beide Lander wurden nach Figuren aus der griechischen Mythologie benannt – Athena war Odysseus‘ göttliche Schutzpatronin. Hoffentlich macht ihr Namensgeber, die weise und kampferprobte Göttin, ihrem Ruf alle Ehre und sorgt für eine punktgenaue Landung, damit dieser neugierige Hüpfroboter seine Mission erfüllen kann.

 

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