iPhones bald deutlich teurer – wie viel mehr müssen wir zahlen?
Laut einem Bericht von Reuters könnte das iPhone 16 Pro Max mit 1 TB Speicherplatz bald nicht mehr 1.599, sondern satte 2.300 US-Dollar kosten. Auch das Standardmodell, bislang bei 800 Dollar, könnte auf über 1.140 Dollar steigen – das prognostiziert zumindest das Analysehaus Rosenblatt Securities. Aktuelle Lagerbestände des iPhone 16 wären davon wohl nicht betroffen, aber beim iPhone 17 könnte es richtig zur Sache gehen. Denn Apple hat angeblich bereits größere Mengen in die USA verschifft, um sich vor den Zöllen abzusichern.
Und das ist noch nicht alles: Trump hat angekündigt, künftig auch Halbleiterhersteller härter zu bestrafen – was wiederum die Produktionskosten für Apple weiter in die Höhe treiben könnte. Dennoch: Der bekannte Apple-Insider Mark Gurman (Bloomberg) glaubt, dass der Fall komplexer ist, als es scheint. Zwar könnte Apple einen Teil der Kosten an die Kundschaft weitergeben – doch Gurman geht davon aus, dass das Unternehmen auch bereit ist, einen Teil selbst zu schlucken.
Produktion in Indien als Rettungsanker?
Apple hat den Vorteil, dass es nicht ausschließlich in China produziert. Ein wachsender Teil der iPhones kommt inzwischen auch aus Indien – ein strategischer Schritt, der sich nun als klug erweisen könnte. Denn während auf chinesische Waren ein Gesamtzoll von 54 % fällig wird, liegt der Tarif für Indien derzeit bei vergleichsweise moderaten 26 %. Eine komplette Verlagerung der Produktion nach Indien wäre allerdings aufwendig und teuer – und vor allem nicht von heute auf morgen umsetzbar.
Trumps neue Zölle sollen übrigens schon ab dem 9. April greifen – sofern er sich nicht in letzter Minute wieder umentscheidet, was bei ihm ja nie ganz auszuschließen ist.
Apple denkt an sein Image – und an seine Fans
Was Apple von vielen anderen Tech-Riesen unterscheidet, ist die Detailverliebtheit beim Markenauftritt – und das feine Gespür dafür, wie Kund:innen auf Preissteigerungen reagieren. „Ein noch teureres iPhone“ ist kein Slogan, mit dem man Begeisterung auslöst. Das letzte Mal, dass Apple die Preise für die Pro-Reihe angehoben hat, war 2017 beim iPhone X. Die regulären Modelle sind hingegen schon häufiger im Preis gestiegen: Das iPhone 8 kostete 2017 noch 700 Dollar, bis zum iPhone 11 blieb das so. Ab dem iPhone 12 im Jahr 2020 ging’s dann auf 800 Dollar – ein Preis, der bis zum iPhone 16 gehalten hat.
Mit Blick auf diese Entwicklung wirkt es fast so, als wäre die nächste Preiserhöhung längst überfällig – unabhängig davon, ob Strafzölle kommen oder nicht.
Aber wer will sich das überhaupt noch leisten?
Was in der ganzen Debatte häufig übersehen wird: Die iPhone-Verkäufe laufen schon seit zwei Generationen nicht mehr ganz so rund. In der aktuellen Quartalsbilanz musste Apple eingestehen, dass die iPhone-Verkäufe unter den Erwartungen geblieben sind – vor allem, weil der chinesische Markt schwächelt. Und in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit wird ein noch teureres iPhone wohl nicht gerade für einen Run auf die Stores sorgen.
Erinnerungen an 2018 – doch diesmal wird’s ernst
Als Trump 2018 erstmals mit Strafzöllen um sich warf, konnte Apple-Chef Tim Cook den damaligen Präsidenten noch umstimmen: Apple-Produkte blieben außen vor. Anfang dieses Jahres spendete Cook eine Million Dollar an Trumps Inauguration – und sicherte sich so einen Platz direkt hinter „45“, umringt von Tech-Milliardären, die sich ebenfalls in Stellung brachten.
Doch diesmal sieht es so aus, als würde es Apple härter treffen. Trumps Handelskrieg richtet sich nicht mehr nur gegen einzelne Länder – sondern gefühlt gegen den Rest der Welt. Und am Ende zahlen nicht die Bosse, sondern die Konsument:innen und die Angestellten in der Lieferkette.
Upgrade jetzt – oder später richtig blechen?
Ob man sich das iPhone 17 noch leisten kann, wird also nicht nur vom eigenen Kontostand, sondern auch von Trumps Handelspolitik abhängen. Wer clever ist, schaut sich das iPhone 16 vielleicht doch noch mal genauer an – bevor das nächste Modell endgültig zum Statussymbol wird.