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Tesla-Verkaufszahlen in Europa brechen ein – Musks Kontroversen im Fokus

Absatzrückgang in ganz Europa
Von Lucas Ropek Übersetzt von

Lesezeit 3 Minuten

Die Verkaufszahlen von Tesla in Europa sinken rapide. Laut Eletrek sind die Zahlen im Vergleich zum Vorjahr um 18 % im Vereinigten Königreich, 31 % in Portugal, mehr als 40 % in Dänemark, Schweden, Norwegen und den Niederlanden, 63 % in Frankreich und sogar 75 % in Spanien gesunken. Die Daten lassen darauf schließen, dass viele Europäer zunehmend das Interesse an Elon Musk und seinem Elektroauto-Unternehmen verlieren.

Einige Medien führen diesen massiven Einbruch auf die wachsende Unbeliebtheit des Tesla-CEOs zurück. Musk hat in den letzten Monaten wiederholt in europäische Politik eingegriffen, unter anderem durch Angriffe auf europäische Staatschefs und Regulierungsbehörden auf seiner Social-Media-Plattform X. Darüber hinaus hat er eine rechtsextreme Partei in Deutschland unterstützt, die Verbindungen zu Neonazis haben soll, und enge Beziehungen zur rechten Regierung Italiens gepflegt. Zudem versucht er, eine europäische Version von Make America Great Again“ (MEGA – Make Europe Great Again) zu etablieren.

Eine YouGov-Umfrage zeigt, dass die Mehrheit der Menschen in Deutschland und Großbritannien Musk als unwissend über ihre Länder betrachtet und sich wünscht, dass er sich aus der Politik heraushält.

Arbeitskämpfe und wirtschaftliche Herausforderungen

Neben Musks politischem Einfluss spielen auch wirtschaftliche Faktoren eine Rolle. Tesla hat sich in Skandinavien mit Gewerkschaften angelegt, was Musks Image in Europa weiter beschädigt hat. Viele Arbeitnehmer auf dem Kontinent sehen in ihm eine Bedrohung für soziale und wirtschaftliche Errungenschaften.

Allerdings wäre es zu einfach, den Rückgang der Verkaufszahlen allein auf Musks Unbeliebtheit zu schieben. Schon vor den aktuellen Zahlen gingen Teslas Absatzzahlen in Europa zurück. Im vergangenen Jahr sanken die Verkäufe von Tesla-Elektrofahrzeugen in der EU um 13 %, insbesondere in Deutschland, Italien und Frankreich. Zusätzlich verschärft der Markteintritt neuer EV-Konkurrenten sowie strengere regulatorische Vorgaben den Wettbewerb.

Auch in Kalifornien brechen Teslas Verkaufszahlen ein

Der Abschwung beschränkt sich nicht nur auf Europa. Auch in Kalifornien, Teslas größtem US-Markt, sind die Verkäufe massiv eingebrochen. Laut Bloomberg fiel der Absatz des Model 3 um 36 % im Vergleich zum Vorjahr. Insgesamt sanken die Tesla-Verkäufe im vierten Quartal 2024 in Kalifornien um 8 %, für das Gesamtjahr um 12 % – der erste jährliche Rückgang des Unternehmens in diesem Bundesstaat.

Die California New Car Dealers Association kommentierte die Lage mit den Worten:

„Die Aussichten für Tesla in Kalifornien sehen nicht mehr so golden aus. Die Dominanz von Tesla im EV-Markt bröckelt weiter.“

Dieser Einbruch könnte mit Musks wiederholten Angriffen auf Kalifornien zusammenhängen. Er hat den Bundesstaat mit kommunistischem China verglichen, Unternehmen dazu ermutigt, wegzuziehen, und sich stark mit Donald Trump verbündet – eine Figur, die in Kalifornien extrem unpopulär ist. Zudem sorgte ein Auftritt Musks auf einer politischen Veranstaltung für Kontroversen, bei dem er eine Geste machte, die stark einem Nazi-Gruß ähnelte.

Ist Musk der eigene schlimmste Feind?

Global gingen die Tesla-Verkäufe im Jahr 2023 um 1,1 % zurück – der erste Rückgang seit über einem Jahrzehnt, wie die Associated Press berichtete.

Kurz gesagt: Elon Musk könnte so umstritten sein, dass sein Verhalten seinem eigenen Unternehmen schadet. Dennoch könnte er durch seinen politischen Einfluss in den USA Möglichkeiten finden, um Tesla künstlich am Markt zu halten. In einer Welt, in der Musk immer unbeliebter wird, könnte sein einziges Erfolgsrezept darin bestehen, politische Macht zu nutzen, um seine Geschäfte weiterhin zu begünstigen.

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