Diese Errungenschaft gilt als lang ersehntes Ziel der Branche, die immer noch mit den Herausforderungen des Ladens kämpft, die viele potenzielle Käufer abgeschreckt haben.
Konkret gibt BYD an, dass sein neues Han L-Modell in nur fünf Minuten eine Reichweite von 400 Kilometern erreicht. Zum Vergleich: Teslas bestes Ladeergebnis liegt bei rund 270 Kilometern in 15 Minuten an einem Supercharger. Elon Musk setzte in der Vergangenheit groß auf eigene Batterietechnologien, doch die hochgelobte 4860-Batterie blieb hinter den Erwartungen zurück.
Nach der Ankündigung schnellte die BYD-Aktie nach oben und brachte dem Unternehmen eine Marktkapitalisierung von rund 158 Milliarden Dollar ein. Seit Jahresbeginn ist der Kurs bereits um etwa 58 % gestiegen.
Hält ultraschnelles Laden den Akku aus?
Es gibt Bedenken, dass ultraschnelles Laden die Lebensdauer von Akkus verkürzen könnte, doch bisher gibt es keine eindeutigen Beweise dafür. Bereits im letzten Jahr äußerte sich der CEO des chinesischen Batterieherstellers CATL kritisch gegenüber Musk und sagte in einem Interview mit Reuters, dass der Tesla-Chef „nicht wisse, wie man eine Batterie baut“.
BYD: Vom Batteriehersteller zur globalen Automarke
BYD, mittlerweile Chinas führender Hersteller von Elektroautos, begann 1995 als Batterieproduzent. Erst später erkannte das Unternehmen, dass die Zukunft des Automobils in der Elektrifizierung und Digitalisierung liegt. Neben Autos stellt BYD auch iPads für Apple her. Die Fahrzeugpalette reicht von günstigen Modellen wie dem Seagull für rund 9.700 Dollar bis hin zu luxuriösen Limousinen. Das Unternehmen expandiert weltweit nach Europa und Südamerika und baut dort Produktionsstätten auf, was China wirtschaftlich und geopolitisch stärkt.
Musk gegen Subventionen: Ein Vorteil für China?
Während BYD international wächst, setzt sich Elon Musk dafür ein, US-Subventionen für Elektroautos abzuschaffen, die den Herstellern den Übergang zur Elektromobilität erleichtern sollten. Kritiker werfen China vor, durch staatliche Unterstützung Märkte mit günstigen E-Autos zu überschwemmen. Doch BYD ist mittlerweile profitabel, ohne auf Subventionen angewiesen zu sein – ein Erfolg, den US-Autobauer mit mehr Zeit ebenfalls erreichen könnten. Während die USA einst die weltweite Automobilindustrie dominierten, scheint China diese Rolle übernommen zu haben, während sich die USA vermehrt auf KI und Kryptowährungen konzentrieren.
Die Ladeinfrastruktur bleibt eine Herausforderung
Der Übergang zur Elektromobilität verläuft langsamer als erhofft, vor allem weil die Ladeinfrastruktur noch unzureichend ist. Viele Ladestationen sind defekt oder zu langsam. Während das Tankstellennetz für Verbrenner über Jahrzehnte gewachsen ist, braucht auch die E-Mobilität Zeit, um eine vergleichbare Infrastruktur zu schaffen. Schnellladefunktionen wie die von BYD könnten Autofahrer jedoch beruhigen, die keine Lust haben, lange an der Ladesäule zu warten.
BYD setzt auf Autonomie und Technologie
Neben günstigen Preisen und leistungsstarken Akkus hat BYD angekündigt, in allen Modellen fortschrittliche Autonomie-Features zu verbauen. Erste Tests loben das System für seine präzise und zuverlässige Performance.
Tesla in der Krise?
All das zeigt, dass die hohe Bewertung von Tesla nicht mehr unbedingt gerechtfertigt ist. Die Verkaufszahlen sinken weltweit, das Unternehmen verkauft weniger Autos als BMW und das mit geringeren Margen. Das Modellportfolio ist veraltet, und die versprochene vollständige Autonomie lässt weiterhin auf sich warten. Musk versucht nun, durch die Vision von autonomen Robotaxis und Robotik-Innovationen das Interesse an Tesla hochzuhalten. Doch die Tesla-Aktie hat seit Anfang 2025 bereits 40 % verloren. Grund dafür ist unter anderem die Kritik an Musks enger Zusammenarbeit mit der Trump-Regierung. Am Dienstag forderte Ross Gerber, ein langjähriger Tesla-Investor, den CEO zum Rücktritt auf.
Falsche Prioritäten?
Musk scheint mehr Zeit in Washington als in Tesla zu investieren. Während Tesla einst der unangefochtene E-Auto-Pionier war, wird das Unternehmen nun von BYD überholt. Seine Nähe zu Trump mag für ihn persönlich wertvoll sein, aber sie könnte Tesla nachhaltig schaden. Man kann sich kaum vorstellen, wie weit Tesla heute sein könnte, wenn es einen CEO hätte, der sich voll auf das Unternehmen konzentriert, statt es durch politische Kontroversen in Verruf zu bringen.