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Tech

Telegram-Chef will sein Milliardenvermögen an 106 Kinder vererben

Pavel Durov hat offenbar nicht nur eine Schwäche für sichere Messenger – sondern auch für großzügige Samenspenden.
Von Lucas Ropek Übersetzt von

Lesezeit 2 Minuten

Telegram-CEO Pavel Durov scheint von seinem eigenen „biologischen Material“ geradezu besessen: Medienberichten zufolge verschickt der Milliardär seit Jahren sein Sperma an diverse Frauen, die sich damit selbst befruchten. Das Ergebnis: Durov soll inzwischen Vater von mindestens 106 Kindern sein. Jetzt kündigte der Tech-Mogul an, im Falle seines Todes sein gesamtes Vermögen – angeblich rund 17 Milliarden Dollar – an seine Nachkommen zu vererben.

Das verriet der 39-Jährige kürzlich im Gespräch mit der französischen Nachrichtenseite Le Point. Demnach habe er vor Kurzem ein Testament aufgesetzt, das die Erbaufteilung unter seinen (zahlreichen) Kindern regelt.

Wie kommt es überhaupt zu dieser riesigen Familie? Durov, der in Russland geboren wurde, ist „offizieller Vater“ von sechs Kindern aus Beziehungen mit drei verschiedenen Frauen. Doch durch regelmäßige Samenspenden an eine russische Kinderwunschklinik kamen noch gut 100 weitere hinzu. Letztes Jahr hatte die Klinik damit geworben, Frauen kostenlose Behandlungen anzubieten – wenn sie bereit seien, Durovs Spende zu nutzen.

Der Telegram-Chef erklärte zudem, er wolle sein Erbgut künftig sogar „Open Source“ machen, um es seinen biologischen Kindern leichter zu machen, sich gegenseitig zu finden.

Auch wenn er selbst nur sechs Kinder großzieht, betrachtet Durov alle seine Nachkommen als gleichwertig: „Ich mache keinen Unterschied zwischen meinen Kindern – ob sie auf natürlichem Weg oder durch meine Samenspenden entstanden sind. Sie alle sind meine Kinder und sollen die gleichen Rechte bekommen“, so Durov gegenüber Le Point.

In seinem Testament hat er festgelegt, dass seine Kinder erst in 30 Jahren Zugriff auf ihr Erbe erhalten sollen. Warum? „Ich möchte, dass sie wie normale Menschen leben, sich selbst etwas aufbauen, lernen, sich auf sich selbst zu verlassen und kreativ zu sein – und nicht abhängig von einem Bankkonto“, erklärt der Milliardär.

Hinter diesen Zukunftsüberlegungen dürften auch Durovs aktuelle juristische Probleme stehen. „Meine Arbeit birgt gewisse Risiken“, sagt er. Und die betreffen auch Telegram selbst: Die Plattform gilt international als Rückzugsort für Kriminelle, Rechtsextreme, Sexualstraftäter und Terrorgruppen. Im August letzten Jahres wurde Durov in Paris festgenommen – ihm wird vorgeworfen, solche Aktivitäten auf Telegram geduldet zu haben. Er kam gegen eine Kaution von 5,5 Millionen Dollar frei, darf Frankreich aber bis zum Ende der Ermittlungen nicht verlassen.

Die Vorwürfe hält Durov für absurd: „Nur weil Kriminelle unseren Messenger – wie viele andere auch – nutzen, macht uns das nicht selbst zu Kriminellen. Es gibt keinen einzigen Beweis, dass ich auch nur im Ansatz schuldig wäre“, betonte er im Interview. „Aber offenbar werde ich schon jetzt bestraft – allein durch das Ausreiseverbot.“

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