Spotify plant, sein Abo-Modell in diesem Jahr weiter auszubauen – und es wird teurer. Laut einem Bericht von Bloomberg soll ein neues HiFi-Streaming-Tier namens „Music Pro“ eingeführt werden, das Nutzer*innen satte 6 US-Dollar pro Monat extra kosten soll. Nach fast vier Jahren Verzögerung will Spotify die verlustfreie Audio-Qualität endlich bringen – und packt angeblich ein paar weitere Features dazu, um das Angebot schmackhafter zu machen.
HiFi für $6 mehr – und ein paar Extras obendrauf
Das neue HiFi-Upgrade soll auf dem bestehenden Spotify Premium-Abo aufsetzen, das derzeit 12 Dollar im Monat kostet. Unklar ist noch, ob der neue Tarif auch für Familien- oder Duo-Abos gilt und ob Studierende, die aktuell nur 6 Dollar zahlen, ebenfalls von dem Angebot profitieren können. Fakt ist: Spotify feilt noch an den Details, und ein offizielles Release-Datum gibt es bislang nicht.
Um das Paket attraktiver zu machen, plant Spotify offenbar weitere Vorteile für Music Pro-Kund*innen. Dazu zählen exklusive Vorverkaufsrechte und bessere Sitzplatzoptionen bei großen Ticketanbietern. Allerdings bedeutet das nicht, dass man um die berüchtigten Ticketmaster-Gebühren herumkommt – es könnte aber helfen, den Schwarzmarkt-Preisen ein Schnippchen zu schlagen. Spotify hat laut Bloomberg bereits „erste Gespräche“ mit Veranstaltern und Ticketplattformen geführt.
Doch das ist noch nicht alles: Spotify will anscheinend noch stärker auf KI setzen und plant eine Funktion, die es Nutzer*innen ermöglicht, Songs mit Künstlicher Intelligenz neu zu mischen. Klingt fragwürdig? Gut möglich, dass Spotify diese Features erst nach und nach einführt, sodass sich reine HiFi-Fans zunächst auf den besseren Sound konzentrieren können.
Wird Spotify den HiFi-Versprechen endlich gerecht?
Seit 2021 verspricht Spotify verlustfreies Audio-Streaming, doch bislang gab es nur vage Aussagen und Verzögerungen. Letztes Jahr hieß es aus Unternehmenskreisen, HiFi werde „irgendwann“ kommen – doch für viele schien die Funktion bereits gestorben. Selbst mit den neuesten Berichten bleibt fraglich, ob Spotify wirklich den Mut hat, lossless Audio endlich umzusetzen.
Zum Vergleich: Apple Music bietet bereits jetzt verlustfreie Audio-Qualität mit bis zu 24-bit/192 kHz und setzt dabei auf seinen eigenen Apple Lossless Audio Codec (ALAC). Apple behauptet, dass dieser Codec „praktisch nicht von lossless Audio zu unterscheiden“ sei. Tidal wiederum bietet FLAC-Streaming in Max HiFi-Qualität an. Der Unterschied? Die meisten Nutzer*innen mit Standard-Kopfhörern oder -Earbuds dürften kaum einen Unterschied zwischen Spotify, Apple Music und Tidal hören.
Aber Spotify muss seinen Wachstumskurs halten. 2024 konnte das Unternehmen zum ersten Mal schwarze Zahlen schreiben. Nun bleibt die Frage, ob es mit einem weiteren Premium-Tier auch wirklich mehr zahlende Abonnentinnen anlocken kann – oder ob sich die Nutzerinnen eher über eine erneute Preiserhöhung ärgern. Immerhin stiegen die Preise bereits 2023 um ein bis zwei Dollar pro Monat. Zusätzlich wurde ein 10-Dollar-Abo für Hörbücher eingeführt.
Bleibt zu hoffen, dass Music Pro nicht einfach ein weiterer teurer Zusatzdienst wird, sondern wirklich das versprochene HiFi-Streaming liefert. Ob es sich lohnt, 6 Dollar extra im Monat zu zahlen, wird am Ende wohl von der Umsetzung abhängen – und davon, wie sehr Nutzer*innen wirklich Wert auf lossless Audio legen.