Nun, es sind zwar nicht fünf goldene Ringe, aber so kurz vor Weihnachten geben wir uns auch mit einem zufrieden! Bei einer Ausgrabung einer bronzezeitlichen Siedlung im Nordwesten Frankreichs haben Archäologen einen bemerkenswerten Goldring, Schwerter und eine Handvoll weiterer faszinierender Objekte entdeckt.
Geleitet wurde die Grabung vom Institut National de Recherches Archéologiques Préventives (INRAP), dem französischen Institut für präventive archäologische Forschung. Obwohl die Stätte zahlreiche Artefakte aus der Bronzezeit enthält, gibt es Hinweise darauf, dass das Gebiet bis ins 10. Jahrhundert durchgehend besiedelt war. Während der Ausgrabung kamen neben Vasen, Keramikfragmenten und Münzen auch Schwerter und ein besonders auffälliger Goldring ans Licht.
Eine antike Handelsroute durch Europa?
Noch spannender wird es, wenn man sich den Fundort des Rings genauer ansieht. Die neuesten Untersuchungen legen nahe, dass die Stätte Teil einer uralten Handelsroute war, die Waren aus ganz Europa transportierte. Während der Grabung entdeckten die INRAP-Archäologen eine etwa acht Meter breite Schicht aus Quarzsteinen, die sich als antike Straße herausstellte. Die Straßenseiten waren von Gräben begrenzt, und in der Quarzschicht fanden sich Spuren von Karrenspuren, was auf eine Nutzung durch Fuhrwerke hindeutet. Laut INRAP-Analyse stammt diese Straße ungefähr aus dem 2. Jahrhundert und war bis ins 4. Jahrhundert in Gebrauch.
Der Goldring: Ein Symbol der römischen Macht?

Genau auf dieser Straße wurde der Goldring entdeckt, der auf die gleiche Zeit datiert wird. Der Ring ist ein sogenannter „römischer Nicolo„, erkennbar an der eingravierten Figur im Stein. Laut INRAP könnte die dargestellte Figur Venus Victrix sein, die für den Träger des Rings den Sieg symbolisierte. Solche Ringe waren in der römischen Welt oft ein Zeichen von Macht und Status.
Mittelalterliche Spuren auf dem Gelände
Aber die Entdeckungen hören hier nicht auf: Spätere Analysen zeigten, dass sich zwischen dem 5. und 10. Jahrhundert eine Siedlung an diesem Ort befand, die ihren Höhepunkt im 7. und 8. Jahrhundert erreichte. Besonders spannend sind zwölf Karolingische Denare, die auf das 9. oder 10. Jahrhundert datiert werden.
Zwar sind keine Gebäudereste erhalten geblieben, doch die Forscher konnten rechteckige Parzellen identifizieren, die durch Gräben voneinander getrennt waren. Einige dieser Flächen schienen Gebäude zu enthalten, andere wurden landwirtschaftlich genutzt oder dienten als Weideflächen.
Die Archäologen fanden zudem unterirdische Speicher-Silos zur Lagerung von Getreide, Wassergruben sowie Feuerstellen und Öfen. Besonders interessant ist, dass einige der antiken Keramikelemente, die ursprünglich zur Lagerung oder zum Kochen genutzt wurden, im Mittelalter wiederverwendet wurden. Das deutet darauf hin, dass die späteren Bewohner sich der früheren Geschichte ihres Siedlungsortes bewusst waren.
Frankreichs Archäologie sorgt weiterhin für Aufsehen
Die INRAP-Ausgrabung ist nur eine von vielen faszinierenden archäologischen Entdeckungen in Frankreich in diesem Jahr. Bereits im April untersuchte ein anderes Forschungsteam Opfer ritueller Menschenopferungen im Rhône-Tal und fand heraus, dass diese Praxis in der Jungsteinzeit in ganz Europa verbreitet war.
Frankreich bleibt also ein Hotspot für spektakuläre archäologische Funde – und wer weiß, was die nächsten Grabungen noch alles ans Licht bringen werden!