SoftBank versucht erneut, mit einer massiven Wette auf Zukunftstechnologien Gewinne zu maximieren – oder gigantische Summen zu verbrennen. Das japanische Investmentunternehmen wird jährlich 3 Milliarden Dollar investieren, um Unternehmen aus seinem Portfolio zur Nutzung von KI-Agenten zu zwingen.
Am Montag gaben SoftBank und OpenAI bekannt, dass sie eine gemeinsame Unternehmung gründen, um ein neues Produkt namens Cristal Intelligence zu entwickeln und zu vermarkten. Dieses System basiert auf OpenAIs neuesten Reasoning-Modellen und soll KI-Agenten schaffen, die Aufgaben ohne menschliche Intervention erledigen.
Laut SoftBank soll Cristal Intelligence mehr als 100 Millionen Workflows automatisieren, darunter die Erstellung von Finanzberichten, das Verfassen von Dokumenten und das Management von Kundenanfragen.
„Durch die Automatisierung und Autonomisierung aller Aufgaben und Workflows wird SoftBank Corp. sein Geschäft und seine Dienstleistungen transformieren und neuen Mehrwert schaffen,“ erklärte das Unternehmen in einer Pressemitteilung.
Exklusiver Fokus auf Japanische Konzerne
OpenAI hat bereits ein Vorschau-Tool namens Operator für Premium-Nutzer eingeführt, das für 200 Dollar pro Monat gebucht werden kann. Es verspricht, zahlreiche Aufgaben ohne manuelle Interaktion auszuführen. Cristal Intelligence wird ein ähnliches System sein, jedoch speziell für Unternehmensbedürfnisse angepasst. Zunächst soll die Technologie ausschließlich für große Unternehmen in Japan vermarktet werden.
SoftBank-Chairman Masayoshi Son hat sich in der Technologie-Investmentwelt einen Namen gemacht, insbesondere durch frühe Beteiligungen an Uber, DoorDash und Alibaba. In jüngerer Zeit erwiesen sich einige seiner riskanten Wetten jedoch als Fehlschläge:
- WeWork: Milliardenverluste durch den gescheiterten Börsengang.
- Zume: Ein 375-Millionen-Dollar-Experiment zur Automatisierung der Pizzaherstellung, das inzwischen gescheitert ist.
SoftBanks tiefere Bindung an OpenAI
Mit der Cristal-Intelligence-Kooperation verstärkt SoftBank sein finanzielles Engagement bei OpenAI. Berichten zufolge verhandelt das Unternehmen über eine direkte Investition von 25 Milliarden Dollar in OpenAI. Zudem hat SoftBank mit Stargate bereits ein weiteres Joint Venture ins Leben gerufen, das in den nächsten vier Jahren 500 Milliarden Dollar in KI-Infrastruktur wie Rechenzentren investieren soll.
Trotz des massiven Hypes um KI-Agenten gibt es wachsende Zweifel an der langfristigen Profitabilität dieser Technologie. Neue Durchbrüche des chinesischen Unternehmens DeepSeek werfen Fragen auf, ob effizientere und kostengünstigere KI-Entwickler OpenAI langfristig unter Druck setzen könnten. Berichten zufolge verliert OpenAI derzeit Geld mit seinen teuersten Abonnementmodellen, da die Betriebskosten der Technologie enorm hoch sind.
Ob SoftBanks Milliardenstrategie dieses Mal aufgeht oder erneut in einem milliardenschweren Desaster endet, bleibt abzuwarten.