Jeder Katzenbesitzer kennt das Problem: Dein Stubentiger liebt es, sich an den Möbeln auszutoben – zum Leidwesen deines Sofas. Doch Wissenschaftler arbeiten hart daran, eine Lösung für dieses allgegenwärtige Problem zu finden.
In einer neuen Studie haben Forscher mehrere entscheidende Faktoren identifiziert, die mit unerwünschtem Kratzen in Verbindung stehen. Dazu gehören unter anderem Kinder im Haushalt, die Art der gemeinsamen Spielzeit und das generelle Stressniveau der Katze. Einige dieser Faktoren lassen sich anpassen, um das Kratzen einzudämmen, sagen die Wissenschaftler.
Was die Studie herausgefunden hat
Die Untersuchung wurde von Tierärzten aus der Türkei, Portugal und Frankreich durchgeführt und von der französischen Tiergesundheitsfirma Ceva Santé Animale finanziert. Mehr als 1.200 Katzenbesitzer in Frankreich nahmen an einer Online-Umfrage teil, in der sie Fragen zur Umgebung ihrer Katze, ihrem Tagesablauf und ihrem Kratzverhalten beantworteten.
Die Ergebnisse zeigten, dass einige Katzen von Natur aus eher zum Kratzen neigen, besonders wenn sie von ihren Besitzern als „aggressiv“ oder „unruhig“ beschrieben wurden. Doch es gibt auch externe Faktoren, die eine Rolle spielen. Vor allem Katzen in Haushalten mit Kindern, Katzen mit sehr langen Spielzeiten und besonders nachtaktive Stubentiger zeigten häufiger unerwünschtes Kratzverhalten.
Warum kratzen Katzen überhaupt?
„Diese Ergebnisse unterstreichen die vielschichtige Natur des Kratzverhaltens und zeigen, wie wichtig es ist, sowohl die individuellen Eigenschaften der Katze als auch ihre Umgebung zu berücksichtigen, um dieses Verhalten effektiv zu steuern“, schreiben die Forscher in ihrer Studie, die in der Fachzeitschrift Frontiers in Veterinary Science veröffentlicht wurde.
Natürlich kann man nicht einfach den Charakter seiner Katze oder die Anwesenheit von Kindern im Haushalt verändern. Doch die Forscher fanden heraus, dass Stress ein entscheidender Faktor für das Kratzen ist – und diesen kann man beeinflussen. Zu lange oder zu intensive Spielzeiten können Katzen überreizen. Das könnte auch erklären, warum Katzen in Haushalten mit Kindern häufiger kratzen. Allerdings sei hier weitere Forschung nötig, um die genauen Zusammenhänge zu verstehen.
So reduzierst du das Kratzen deiner Katze
Der beste Ansatz, um das Kratzproblem in den Griff zu bekommen? Den Stress der Katze reduzieren. Hier einige bewährte Methoden:
- Rückzugsorte schaffen: Katzen lieben es, sich an ruhige Orte zurückzuziehen. Sorge für Versteckmöglichkeiten, in denen sie ungestört entspannen können.
- Hohe Plätze bieten: Ein erhöhter Aussichtspunkt gibt Katzen Sicherheit. Regale oder spezielle Katzenbäume helfen, den Überblick zu behalten und sich gleichzeitig sicher zu fühlen.
- Spielzeit anpassen: Anstatt lange und intensive Spielsessions zu veranstalten, ist es besser, kurze Spielzeiten über den Tag zu verteilen. Das ahmt das natürliche Jagdverhalten von Katzen besser nach.
- Kratzmöglichkeiten gezielt platzieren: Die Studie ergab, dass Katzen weniger an Möbeln kratzen, wenn sie Kratzmöglichkeiten an strategischen Stellen vorfinden – also dort, wo sie sich oft aufhalten.
„Unsere Erkenntnisse können Katzenhaltern helfen, das Kratzen auf geeignete Materialien umzuleiten und so ein harmonischeres Zusammenleben fördern“, sagt die leitende Autorin der Studie, Yasemin Salgirli Demirbas von der Ankara University, in einer Pressemitteilung von Frontiers.
Wer diese Tipps umsetzt, kann seine Lieblingsmöbel langfristig schützen. Nur Vorsicht: Lass deine Katze dich nicht dabei erwischen – sonst musst du erklären, warum das Sofa plötzlich tabu ist!