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Wissenschaft

So funktionieren die verborgenen Netzwerke, die The Last of Us inspirierten: realer, komplexer und überraschender, als du denkst

Eine neue Studie zeigt, dass Pilze unterirdische Netzwerke schaffen, die so effizient sind wie ein globales Logistiksystem. Wenn dich die Fiktion von The Last of Us beeindruckt hat, könnte das, was unter der Erde in der Realität passiert, dich noch mehr erstaunen.
Von Thomas Handley Übersetzt von

Lesezeit 2 Minuten

Obwohl die Welt der Pilze in ein postapokalyptisches und erschreckendes Szenario versetzt wurde, ist die wahre Geschichte, die sich unter unseren Füßen abspielt, noch faszinierender. Weit entfernt von Zombies und Zerstörung arbeiten bestimmte Pilze mit Pflanzen zusammen durch ausgeklügelte unterirdische Netzwerke. Dank der Wissenschaft können wir nun endlich beobachten, wie sie in Echtzeit entstehen und funktionieren.

Das Netzwerk, das Pflanzen verbindet: eine unsichtbare unterirdische Gesellschaft

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© Max Latinoamérica

In einer denkwürdigen Szene von The Last of Us sieht Ellie, wie sich die infizierten Körper auf ein unsichtbares Signal hin reagieren: Sie sind durch ein Pilznetzwerk verbunden. Auch wenn es in der Realität keine von Pilzen kontrollierten Zombies gibt, steckt dennoch eine wissenschaftliche Grundlage hinter dieser Idee.

Die echten Pilze der Gattung Ophiocordyceps infizieren Insekten und verändern ihr Verhalten, aber andere gängigere Arten etablieren vorteilhafte Verbindungen mit den Wurzeln von Pflanzen. Diese Verbindung, bekannt als Mykorrhizasymbiose, ermöglicht es den Pilzen, Nährstoffe aus dem Boden – wie Phosphor – aufzunehmen und diese dann an die Pflanzen weiterzugeben, im Austausch gegen Zucker und Fette.

Diese Pilznetzwerke, die Mycelien genannt werden, erstrecken sich wie unsichtbare Tentakel auf der Suche nach neuen Ressourcen und Pflanzenpartnern. Eine aktuelle Studie, die in Nature veröffentlicht wurde, zeigte, dass sich diese Netzwerke wellenartig ausdehnen, geschlossene Kreisläufe bilden und wahre „Autobahnen“ für den Nährstofftransport schaffen, wobei sogar der Kohlenstofffluss beobachtet werden kann.

Wie die Wissenschaft diese Netzwerke in Aktion beobachtete

Die große Herausforderung für die Wissenschaftler war, eine Möglichkeit zu finden, diese Netzwerke in Echtzeit zu beobachten, da sie tief im Boden entstehen. Bisher wurden die meisten Studien in Blumentöpfen durchgeführt, was die Sichtbarkeit und das Verständnis des Prozesses einschränkte.

Die Lösung kam mit einem einfallsreichen Experiment: Pilze wurden auf geteilter Petrischale gezüchtet. Auf einer Seite wurde eine Karottenwurzel platziert, die mit Pilzfasern verwoben war; auf der anderen Seite weitete der Pilz sein Netzwerk frei aus. So konnten die Forscher beobachten, wie das Mycel über Monate wuchs und alle zwei Stunden mikroskopische Fotos machten.

Das Ergebnis war eine immense visuelle Datei, die man nicht einfach manuell analysieren konnte. „Wenn wir es manuell hätten beobachten müssen, hätte es ein Jahrhundert gedauert“, erklärte Toby Kiers, Evolutionsbiologin und Direktorin der Gesellschaft zum Schutz unterirdischer Netzwerke.

Eine Geschichte von jahrtausendelanger und technologischer Kooperation

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© Max Latinoamérica

Weit entfernt von den fiktiven Schrecken ist die Verbindung zwischen Pflanzen und Pilzen ein Beispiel für extrem effiziente biologische Kooperation. Diese Beziehungen bestehen seit über 450 Millionen Jahren, und derzeit verfügen 70 % der Pflanzenarten über einen symbiotischen Pilz in ihren Wurzeln.

Dank neuer Bild- und Analysetechnologien beginnen wir jetzt, das tatsächliche Ausmaß dieser Netzwerke zu verstehen. Sie sind, in den Worten der Wissenschaftler, echte globale Lieferketten unter der Erde. Lebendige, intelligente, unsichtbare Netzwerke … und außergewöhnlicher als jede Science-Fiction-Geschichte.

[Quelle: National Geographic]

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