Zum Inhalt springen
Wissenschaft

Sie stammt größtenteils aus Lateinamerika, ist die weltweit am meisten konsumierte Frucht – und könnte bald verschwinden

Sie ist die weltweit am meisten konsumierte Frucht, Teil der täglichen Ernährung von Millionen – und hängt fast vollständig von einer vom Klimawandel bedrohten Region ab. Bis 2080 könnte sie zum Luxusgut werden.
Von

Lesezeit 2 Minuten

Sie gehört zum Frühstück, zu Desserts, Smoothies oder wird einfach pur gegessen. Sie ist preiswert, nahrhaft und auf allen Kontinenten erhältlich. Doch was nur wenige wissen: Diese in vielen Ernährungsweisen unverzichtbare Frucht ist von einer stillen, aber alarmierenden Bedrohung betroffen. Wenn sich die aktuellen Prognosen bewahrheiten, könnte sie gegen Ende dieses Jahrhunderts aus den Supermarktregalen verschwinden – und zu einem Luxusgut werden.

Ein gefährdeter Anbau: Die Frucht kämpft gegen den Klimawandel

2
© Jannis Brandt – Unsplash

Das Problem ist global, aber der Fokus liegt auf Lateinamerika. Diese Region produziert rund 80 % des weltweiten Bananenangebots – und leidet zunehmend unter den Folgen des Klimawandels: extreme Temperaturen, Dürren, unregelmäßiger Regen und neue Schädlinge bedrohen die Ernten.

Ein Bericht der Organisation Christian Aid schätzt, dass bis zum Jahr 2080 etwa 60 % der derzeit geeigneten Anbauflächen in Schlüsselländern wie Ecuador, Kolumbien und Guatemala unbrauchbar werden könnten. Was einst wie eine ferne Prognose klang, ist für viele Landwirte bereits Realität.

Um welche Frucht geht es? Wahrscheinlich liegt sie gerade in deiner Küche

3
© Anastasia Eremina – Unsplash

Es geht um die Banane (auch bekannt als Plátano) – die am häufigsten konsumierte Frucht der Welt. Ihre Beliebtheit ist kein Zufall: Sie ist lecker, leicht zu transportieren, reich an Kalium und sowohl in Industrieländern als auch in Entwicklungsländern erschwinglich.

Doch ihre Zukunft ist ernsthaft gefährdet. Die Sorte „Cavendish“, die den Weltmarkt dominiert, benötigt sehr spezifische klimatische Bedingungen – und der Klimawandel bringt dieses empfindliche Gleichgewicht ins Wanken. In Guatemala beispielsweise verlieren Bauern durch Krankheiten wie die „Schwarze Sigatoka“ bis zu 80 % ihrer Ernten.

Ein tödlicher Pilz und mangelnde genetische Vielfalt

Eine der größten Bedrohungen ist der tropische Fusarium-Pilz TR4 (Tropical Race 4). Er verbreitet sich rasch und ist derzeit unheilbar. In mehreren Anbauregionen zwingt sein Auftreten bereits zu drastischen Maßnahmen. Hinzu kommt ein strukturelles Problem: Die genetische Einheitlichkeit der Bananenpflanzen macht den gesamten globalen Bestand anfällig für ein einziges Schadensereignis.

Während Wissenschaftler mit Hochdruck an resistenten Sorten arbeiten, verlieren Bauern Einkommen und Stabilität – und der Bananenpreis könnte in den kommenden Jahren deutlich steigen.

Welche Länder dominieren Produktion und Export?

Die wichtigsten Bananenexporteure in Lateinamerika sind:

  • Ecuador: 4,51 Milliarden USD

  • Costa Rica: 1,74 Milliarden USD

  • Guatemala: 1,55 Milliarden USD

Die größten Importländer sind:

  • Vereinigte Staaten: 2,99 Milliarden USD

  • China: 1,21 Milliarden USD

  • Japan: 940 Millionen USD

Das Schicksal einer der beliebtesten Früchte der Welt steht auf dem Spiel. Und es hängt von Entscheidungen ab, die von Regierungen, Agrarunternehmen, Konsumenten und unserem Umgang mit der Klimakrise getroffen werden.

[Quelle: Diario Uno]

Diese Geschichte teilen

Verwandte Artikel