Willkommen im Jahr 2025: Online sein heißt, ständig erschöpft sein
Die Welt ist kompliziert und oft deprimierend – das lässt sich nicht leugnen. Aber ein nicht unerheblicher Teil unserer digitalen Erschöpfung kommt auch daher, wie wir das Internet nutzen: passiv, getrieben von Algorithmen, die entscheiden, was wir sehen sollen. Ob Instagram, TikTok oder YouTube – nach zwei Stunden Scrollen weißt du oft nicht mal mehr, was du überhaupt gesehen hast. Was dagegen tun? Kontrolle zurückgewinnen.
Spoiler: Es liegt nicht (nur) am Algorithmus – es liegt an dir
Klar, die Algorithmen sind darauf ausgelegt, dich festzuhalten. Aber wenn du nachts um zwei das 50. YouTube-Short schaust, liegt die Entscheidung letztlich bei dir. Viele akzeptieren stillschweigend, dass ein Programm über ihre Online-Erfahrung bestimmt – ein Phänomen, das der YouTuber Technology Connections treffend „algorithmische Bequemlichkeit“ nennt.
Das Gute: Du kannst aussteigen. Du musst nur bereit sein, Zeit und ein bisschen technisches Interesse zu investieren.
YouTube ent-automatisieren: Starte hier
YouTube ist tatsächlich leicht zu zähmen. Statt der Startseite kannst du direkt den Feed deiner abonnierten Kanäle ansteuern – ganz ohne algorithmische Vorschläge. Einfach als Lesezeichen abspeichern und nur noch diesen Link nutzen. Klar, du entdeckst weniger Neues, aber du bekommst nur Inhalte, die du wirklich sehen willst.
Dein bester Freund im Netz: der RSS-Reader
Alt, bewährt und radikal effektiv: RSS-Feeds. Mit einem Reader wie Feedly oder NewsBlur (kostet rund 36 $/Jahr) kannst du deine Lieblingsseiten abonnieren – egal ob Zeitungen, Blogs, Substacks oder sogar Tracking-Updates von UPS. Jeden Morgen liest du dann alle News in chronologischer Reihenfolge, ohne Werbung, Pop-ups oder Clickbait.
Tipp: Auch YouTube-Kanäle lassen sich in RSS-Feeds umwandeln. Es gibt kaum eine Plattform, die nicht irgendwie in einen Reader passt.
Verabschiede dich von Google-Suche (ja, wirklich)
Der Schritt fällt schwer, aber Google liefert oft nur noch oberflächlichen Müll. Kagi.com bietet eine Alternative – eine Suchmaschine mit Bezahlmodell. Erste 100 Suchen sind gratis, danach 5 $ für 500 Suchen oder 10 $ im Monat für unbegrenzt. Dafür bekommst du echte Ergebnisse statt SEO-optimierter KI-Phrasen. Und ja – es funktioniert wirklich.
Social Media umkrempeln – oder rausschmeißen
Instagram, TikTok, X (ehemals Twitter), Reddit: die Hölle der Feeds. Aber es gibt Auswege. Viele Plattformen bieten dir zumindest eine „Folge ich“-Ansicht. Nutz sie. Bleib bei den Accounts, die du bewusst gewählt hast – nicht bei dem, was dir „empfohlen“ wird. BlueSky z. B. erlaubt es dir, eigene Feeds nach Interessensgebieten zu bauen.
Noch konsequenter? Social-Media-Feeds in RSS umwandeln. Mit Tools wie Inoreader kannst du sogar Instagram-Profile oder LinkedIn-Posts als Feed abonnieren.
Doomscrolling darf sein – aber mit Wecker
Ganz ehrlich: Manchmal willst du einfach nur sinnlos scrollen. Völlig okay. Aber setz dir Grenzen. Maximal 15 bis 30 Minuten. Und nutz dafür bitte keinen Timer auf deinem Handy – sonst bleibst du ja doch am Bildschirm kleben. Hol dir einen simplen Küchentimer. Am besten einen, der laut piept. Amazon hat z. B. einen niedlichen fuchsförmigen Timer für unter 10 Dollar.
Der Trick ist: Wenn der Wecker klingelt, musst du aufstehen, dich bewegen, raus aus der Scrollstarre. Oft reicht schon dieser Mini-Reset, um wieder Kontrolle zu gewinnen.
Fazit: Willst du raus aus dem Teufelskreis der Algorithmen? Dann hör auf, passiv zu konsumieren. RSS, gezielte Feeds, bessere Suche und bewusster Medienkonsum sind keine Magie – aber sie geben dir das Internet zurück. Und vielleicht auch ein Stück Lebensqualität.