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Russland entwickelt Plasma-Antrieb: Nur 30 Tage bis zum Mars?

Revolutionärer Antrieb könnte interplanetare Reisen drastisch verkürzen
Von Passant Rabie Übersetzt von

Lesezeit 2 Minuten

Ein Trip zum Mars ist für künftige Astronauten durchaus realistisch, doch mit der aktuellen Antriebstechnologie würde die Reise rund sechs bis neun Monate dauern. Da Langzeitaufenthalte im All massive Auswirkungen auf den menschlichen Körper haben, ist das alles andere als ideal. Nun behauptet ein russisches Raketenunternehmen, eine Lösung gefunden zu haben, um Reisen durchs All erheblich zu beschleunigen.

Wissenschaftler des staatlichen russischen Unternehmens Rosatom haben einen Prototyp eines plasma-elektrischen Raketenantriebs entwickelt, der den Mars in nur 30 bis 60 Tagen erreichen könnte, berichten russische Medien. Die Rakete, die mit Wasserstoff als Treibstoff arbeitet, könnte die Raumfahrt revolutionieren. Allerdings befindet sich diese Technologie noch in einem sehr frühen Entwicklungsstadium und wird vermutlich erst in einigen Jahren für bemannte Missionen zum Mars einsatzbereit sein. Dennoch könnte genau dieser Fortschritt der nächste entscheidende Schritt sein, um bald menschliche Spuren auf dem roten Planeten zu hinterlassen.

Wie funktioniert der Plasma-Antrieb?

Bei herkömmlichen Raketenmotoren werden flüssiger Wasserstoff und flüssiger Sauerstoff als Oxidator in eine Brennkammer gepumpt, wo sie gezündet werden und heißes Abgas erzeugen, das die Rakete antreibt. Ein Plasma-Raketenantrieb hingegen nutzt eine elektrische Antriebstechnik mit zwei Elektroden. Sobald geladene Partikel zwischen den Elektroden bewegt und hohe Spannungen angelegt werden, entsteht ein Magnetfeld, das die Partikel aus dem Antrieb herauskatapultiert. Dadurch erhält das Plasma eine gerichtete Bewegung und erzeugt den notwendigen Schub, erklärte der Rosatom-Forscher Egor Biriulin gegenüber der russischen Zeitung Izvestia.

Während klassische Raketen mit chemischer Verbrennung eine maximale Austrittsgeschwindigkeit von rund 4,5 Kilometern pro Sekunde (ca. 2,7 Meilen pro Sekunde) erreichen, kann der Plasma-Antrieb laut Forschern geladene Teilchen auf unglaubliche 100 Kilometer pro Sekunde (ca. 62 Meilen pro Sekunde) beschleunigen. Mit dieser Geschwindigkeit wäre eine Marsreise in nur ein bis zwei Monaten möglich.

Erste Tests laufen bereits

Der Prototyp des Antriebs wird derzeit in einer Vakuumkammer getestet, die die Bedingungen des Weltraums simuliert. Der Plan sieht vor, dass die Rakete zunächst mit klassischem chemischen Antrieb startet und dann, sobald sie die Erdumlaufbahn erreicht, auf den elektrischen Plasma-Antrieb umschaltet.

Doch Russland ist nicht das einzige Land, das an einer schnelleren Marsreise arbeitet. Die NASA hat kürzlich eine Kooperation mit der Defense Advanced Research Projects Agency (DARPA) angekündigt, um einen nuklearthermischen Raketenantrieb im All zu testen, der die Reisedauer für bemannte Missionen zum Mars verkürzen soll. Auch SpaceX-Gründer Elon Musk hat ambitionierte Pläne: Er will bereits 2026 unbemannte Missionen mit der Starship-Rakete zum Mars schicken und vier Jahre später den ersten bemannten Flug folgen lassen.

Der Wettlauf ins neue Raumfahrtzeitalter nimmt an Fahrt auf – und der Mars könnte bald nicht mehr nur ein Traum sein, sondern das nächste große Ziel der Menschheit.

 

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