Am Donnerstag teilte Musk auf X (ehemals Twitter) ein Bild, das angeblich den Tod des “Departmen of Education” (ja, ohne “t”) beweisen soll – ausgerechnet zur Feier von Präsident Donald Trumps neuem Erlass, der das Bildungsministerium abschaffen soll. Und obwohl Trump dazu eigentlich gar nicht die rechtliche Befugnis hat, scheint es Musk nicht zu stören. Im Gegenteil: Er jubelt.
— Elon Musk (@elonmusk) March 20, 2025
Wenn Milliardäre Politik machen
Musk, laut Forbes aktuell 327 Milliarden US-Dollar schwer, hat rund 250 Millionen in Trumps Wahlkampf gepumpt – und sich damit offenbar nicht nur politischen Einfluss gesichert, sondern gleich einen eigenen Posten in der neuen Regierung geschnappt: Chef der „DOGE“ – dem „Department of Government Efficiency“. Die Truppe hat zwar rein technisch keine Macht, andere Behörden zu zerschlagen, aber sie tut’s trotzdem. Bereits zerschreddert: USAID, das nationale Gesundheitsforschungsprogramm NIH – und nun offenbar das Bildungsministerium.
Trumps Erlass: Mehr Show als Substanz
Rein rechtlich ist es allein dem US-Kongress vorbehalten, Behörden zu gründen oder abzuschaffen. Doch das hat Trump noch nie wirklich interessiert. So unterschrieb er diese Woche ein Dekret, in dem Bildungsministerin Linda McMahon beauftragt wird, das Ministerium aufzulösen – ein symbolischer Akt, der aber trotzdem Folgen haben könnte. Denn was bei USAID und anderen Institutionen bereits funktionierte, könnte auch hier durchgezogen werden – trotz fehlender rechtlicher Grundlage.
Ein Meme, ein Grabstein und jede Menge Spott
Das Bild, das Musk postete, stammt ursprünglich aus dem Instagram-Account des Schauspielers Echo Kellum von 2020. Es zeigt Schauspieler Grant Gustin (bekannt als „The Flash“) neben einem (fiktiven) Grabstein von Oliver Queen, besser bekannt als „Green Arrow“. Das Foto wurde seither dutzendfach als Meme verwendet – in diesem Fall eben für das „Grab“ des Bildungsministeriums. Nur blöd: Auf dem Meme steht nicht „Department“, sondern „Departmen“. Ein Detail, das entweder komplett an Musk vorbeiging – oder ihm einfach egal war.
Bemerkenswert ist auch: Das Bild trägt ein Wasserzeichen, was darauf hinweist, dass es nicht von Musk stammt. Statt es schlicht zu retweeten, postete er es neu – vermutlich, um allein die Likes und Shares einzuheimsen. Auf eine Anfrage von Gizmodo hat Musk am Donnerstag nicht reagiert.
Währenddessen bei Tesla: Wut, Vandalismus und sinkende Verkaufszahlen
Parallel zur Meme-Show zeigte sich Musk in den letzten Tagen auffällig emotional in diversen US-Nachrichtensendungen. Grund: Eine Welle von Vandalismus gegen Tesla-Niederlassungen. Es gab Schüsse auf Gebäude, Molotowcocktails, teils erhebliche Sachschäden. Doch der “Co-Präsident” Musk hat inzwischen Mittel und Wege, sich zu wehren: US-Justizministerin Pam Bondi kündigte an, gegen festgenommene Täter werde wegen Terrorismus ermittelt.
Ob das allerdings die öffentliche Meinung dreht, bleibt fraglich. Denn trotz steigender Verkaufszahlen bei Elektroautos insgesamt – im Februar lagen sie laut Inside EVs im Plus – gingen die Tesla-Verkäufe im selben Monat um 10 Prozent zurück. Ein deutliches Zeichen dafür, dass Musk zwar lautstark Politik machen kann, aber bei seinen Autos derzeit den Draht zur Käuferschaft verliert.