Es ist nicht nur Lebensmittel-CEOs die sich aufgrund der großen Gewichtsverlustmedikamente wie Ozempic Sorgen um ihr Endergebnis machen müssen. Auch die Tabak- und Alkoholindustrie hat Grund zur Besorgnis.
Ein neuer Bericht von Morgan Stanley stellt fest, dass Menschen, die GLP-1-Medikamente verwenden – darunter Ozempic, Wegovy, Mounjaro und Zepbound – ihren Tabak- und Alkoholkonsum reduzieren, während sie die Medikamente einnehmen. GLP-1 sind eine Klasse von Diabetes- und Gewichtsverlustmedikamenten, die kürzlich in aller Munde waren (und aufgeblasene Verkaufszahlen) für ihre Fähigkeit, den Appetit des Benutzers zu unterdrücken.
Die Investmentbank befragte außerdem rund 300 GLP-1-Anwender zu ihren Konsumgewohnheiten während der Einnahme des Medikaments. Analysten der Bank hatten zuvor gewarnt, dass die zunehmende Verwendung von GLP-1 einige Langfristiger Druck auf den Fast-Food-Umsatz, da die Nutzer berichteten, weniger Geld in Restaurants auszugeben. Ihre Umfrage ergab jedoch auch, dass Konsumenten reduzieren ihren Tabak- und Alkoholkonsum.
Könnten Medikamente zur Gewichtsabnahme den Anwendern helfen, weniger zu rauchen oder zu trinken?
Während 40 % der Umfrageteilnehmer gaben an, vor Beginn einer GLP-1-Behandlung mindestens einmal wöchentlich Zigaretten geraucht zu haben. Diese Zahl sank nach Beginn der Behandlung auf 24 %. Gleichzeitig sank der wöchentliche E-Zigarettenkonsum von 30 % der Befragten auf 16 %, nachdem diese mit der Einnahme von GLP-1 begonnen hatten.
Morgan Stanley kam zu ähnlichen Ergebnissen, als es die Teilnehmer nach ihrem Alkoholkonsum befragte. Etwa 56–62 % der Alkoholkonsumenten unter GLP-1 gaben an, weniger Alkohol zu trinken. Seit Beginn der Medikamenteneinnahme haben etwa 14–18 % ihren Alkoholkonsum vollständig reduziert.
Die Analysten wiesen darauf hin, dass sie „vorsichtig“ seien, aus ihrer Umfrage über die Auswirkungen von GLP-1-Medikamenten auf Suchtverhalten Schlussfolgerungen zu ziehen. Es gibt jedoch vereinzelte Belege von Patienten und Gesundheitsdienstleistern, die darauf hindeuten, dass GLP-1-Medikamente den Konsumenten dabei helfen können, ihre Alkohol- und Tabaksucht einzudämmen. Obwohl die Forschung noch keinen kausalen Zusammenhang zwischen beiden nachgewiesen hat, Klinische Studien sind derzeit im Gange, um die Auswirkungen von GLP-1 auf den Alkohol- und Tabakkonsum besser zu verstehen.
Darüber hinaus geht Morgan Stanley davon aus, dass der GLP-1-Hype nicht so schnell nachlassen wird. Der globale Markt für GLP-1-Medikamente wird bis 2030 ein Volumen von 105 Milliarden US-Dollar erreichen. Zudem wird prognostiziert, dass diese Medikamente bis 2035 von etwa 31,5 Millionen Menschen in den USA (oder etwa 9 % der Landesbevölkerung) eingenommen werden.
Dieser Artikel erschien ursprünglich auf Quarz.