OpenAI plant, ChatGPT mit einer aktualisierten KI-Version, GPT-4.5, schon in der kommenden Woche ein frisches Upgrade zu verpassen. Doch das ist nicht alles: Die nächste Stufe, GPT-5, könnte laut aktuellen Berichten bereits im Mai erscheinen. Wer allerdings denkt, dass damit die langersehnte „AGI“ (Artificial General Intelligence) erreicht wird, sollte seine Erwartungen drosseln – denn das wird definitiv nicht der Fall sein.
Laut Insiderquellen, auf die sich der Tech-Journalist Tom Warren von The Verge beruft, plant Microsoft, das neue Modell nächste Woche in seine Infrastruktur zu integrieren. Eine offizielle Ankündigung von Microsoft oder OpenAI steht noch aus, doch vieles deutet darauf hin, dass die KI-Neuerungen nicht mehr lange auf sich warten lassen.
GPT-5: OpenAIs nächster großer Sprung?
Sam Altman, CEO von OpenAI, erklärte in einem Post auf X (ehemals Twitter), dass ChatGPT-Nutzer unbegrenzten Zugriff auf den „Standard-Intelligenzmodus“ von GPT-5 erhalten werden – und das komplett kostenlos. Darüber hinaus soll GPT-5 das o3-Reasoning-Modell integrieren, das für eine verbesserte Faktenprüfung sorgen soll. Das dürfte besonders wichtig sein, da OpenAI die nächste große Version möglichst weit verbreiten möchte.
Microsoft hat ebenfalls großes Interesse daran, GPT-5 im Mai zu launchen, denn am 22. Mai findet die jährliche Entwicklerkonferenz Microsoft Build statt. Im vergangenen Jahr stellte Microsoft dort die Copilot+ PCs vor, die mit On-Device-KI-Verarbeitung ausgestattet sind. Seither hat Microsoft die Copilot-Funktion stetig erweitert und tief in Windows 11, Office 365, Github und sogar Dropbox integriert.
GPT-4.5: Letzter Halt vor dem nächsten KI-Meilenstein
GPT-4.5, auch unter dem Codenamen Orion bekannt, wird von OpenAI als das „letzte nicht-kettenbasierte Denkmodell“ bezeichnet. Das bedeutet, dass es noch nicht wie ein Mensch komplexe Probleme in einzelne Schritte zerlegen kann – ein Feature, das KI-Entwickler als nächste Stufe der maschinellen Argumentation sehen. Durch die o3-Integration könnte OpenAI jedoch neue Behauptungen über das Erreichen eines Meilensteins in der AGI-Entwicklung aufstellen. Allerdings bleibt die Frage, ob OpenAIs Definition von „künstlicher allgemeiner Intelligenz“ mit dem übereinstimmt, was die meisten Menschen als echte Intelligenz bezeichnen würden.
Bleibt die Frage: Wird GPT-5 wirklich revolutionär? Es könnte bessere Denkprozesse haben und effizienter arbeiten, aber bedeutet das automatisch, dass es neue, bahnbrechende Anwendungen für KI gibt? Oder bleibt es dabei, dass Menschen die Technologie einfach weiter nutzen (und missbrauchen), wie sie es bisher tun?
Spannend bleibt auch, dass OpenAI zuletzt unter Druck geraten ist. Vor wenigen Wochen sorgte DeepSeek, ein KI-Modell aus China, für Furore, da es mit einem Bruchteil der Kosten von GPT-4o entwickelt wurde, aber ähnliche oder sogar bessere Benchmarks erreichte. OpenAI und Microsoft reagierten prompt mit Vorwürfen des Plagiats – eine ironische Wendung, wenn man bedenkt, dass GPT selbst auf massenhaft urheberrechtlich geschützten Inhalten trainiert wurde.
Die nächsten Wochen werden zeigen, ob OpenAI mit GPT-4.5 und GPT-5 die Erwartungen erfüllen kann – nicht nur für die Nutzer, sondern vor allem für Investoren.