Mal was anderes: Der NASA-Rover Curiosity hat eine federförmige Wolke eingefangen, die kurz nach Sonnenuntergang am Mars-Himmel in bunten Farben leuchtete.
Das Bild stammt eigentlich aus dem Januar 2023, doch die NASA hat es erst vor Kurzem in einem offiziellen Update hervorgehoben. Curiosity hat die Aufnahmen während einer 16-minütigen Beobachtung am 17. Januar, oder Sol 4426 auf dem Mars, gemacht. Zu sehen sind rötlich-grüne Wolken, die in der marsianischen Dämmerung schimmern. Diese sogenannten nachtleuchtenden Wolken (Noctilucent Clouds) entstehen durch die Art und Weise, wie das Sonnenlicht in der staubigen Mars-Atmosphäre gestreut wird.
Mars-Wolken: Gefrorenes Wasser oder Kohlendioxid?
Laut NASA bestehen Mars-Wolken entweder aus Wassereis oder Kohlendioxideis. Nur letztere, die in höheren Atmosphärenschichten und bei niedrigeren Temperaturen auftreten, können in dem faszinierenden Schimmer leuchten, wie auf den Bildern zu sehen ist.
Diese Wolken bilden sich in Höhen zwischen 60 und 80 Kilometern über der Mars-Oberfläche. Wenn sie tiefer als etwa 50 Kilometer absinken, verdampfen sie durch steigende Temperaturen in der Atmosphäre.
Leuchtende Wolken gibt es auch auf der Erde
Nachtleuchtende Wolken sind kein rein marsianisches Phänomen. Auch auf der Erde können Raketenstarts solche leuchtenden Wolken in der oberen Atmosphäre erzeugen. Sie sind nur kurz nach Sonnenuntergang oder kurz vor Sonnenaufgang sichtbar, weil der Himmel sonst zu hell ist.
Der Mars-Himmel ist äußerst vielfältig: Wolken gibt es dort in allen Formen und Größen. 2022 entdeckten ESA-Wissenschaftler Wolken, die denjenigen auf der Erde ähneln. Im folgenden Jahr erlebte der Perseverance-Rover einen bewölkten Himmel – ein Zeichen für die trüben Tage auf dem staubigen, gar nicht so weit entfernten Planeten.
Die nun fotografierten irisierenden Wolken sind kein völlig neues Phänomen, aber sie sind immer noch beeindruckend anzusehen – und es gibt weiterhin viel zu erforschen.
Ein vertrautes Phänomen mit neuen Erkenntnissen
Die ersten nachtleuchtenden Wolken auf dem Mars wurden bereits 1997 von der Pathfinder-Mission entdeckt. Curiosity konnte sie erst 2017 erneut beobachten, und die aktuelle Sichtung ist nun bereits das vierte Mars-Jahr, in dem der Rover diese Wolken einfängt.
Ende letzten Jahres veröffentlichten NASA-Wissenschaftler eine Studie im Fachjournal Geophysical Research Letters, die zeigt, wie der irisierende Effekt Aufschluss über die Bildung und das Wachstum von Eis in der Mars-Atmosphäre gibt.
„Ich werde nie vergessen, wie ich diese irisierenden Wolken zum ersten Mal gesehen habe und sicher war, dass es sich um ein Farb-Artefakt handeln muss,“ sagte Mark Lemmon, Atmosphärenforscher am Space Science Institute in Colorado und Hauptautor der Studie, in einer NASA-Mitteilung. „Jetzt sind sie so vorhersehbar geworden, dass wir unsere Aufnahmen im Voraus planen können; die Wolken tauchen jedes Jahr zur gleichen Zeit auf.“
Interessanterweise hat kein anderer Rover auf dem Mars solche Wolken gesehen. Möglicherweise liegt es an der speziellen Region, in der Curiosity unterwegs ist – am Mount Sharp im Gale-Krater – die anscheinend besonders geeignet ist, um diese spektakulären Atmosphärenphänomene hervorzubringen.
Was auch immer die Ursache ist – der Mars bleibt voller Überraschungen, und Curiosity wird weiter den Himmel scannen, um mehr von diesen atemberaubenden Momenten einzufangen.