NASA bereitet sich darauf vor, ihre Crew-10-Mission zu starten – der letzte Schritt, um die Starliner-Astronauten nach neun Monaten im All endlich zurückzubringen. Doch während das für die beiden Astronauten das Ende einer langen Wartezeit bedeutet, ist es keineswegs die Rettungsmission, als die Donald Trump es darstellt.
Die SpaceX Crew-10-Mission wird eine neue Crew zur Internationalen Raumstation (ISS) bringen, wodurch NASA-Astronauten Butch Wilmore und Suni Williams zusammen mit zwei Mitgliedern der Crew-9 zur Erde zurückkehren können. Der Start ist für Mittwoch um 19:48 Uhr ET vom Kennedy Space Center in Florida geplant. Das SpaceX-Raumschiff Dragon soll am Donnerstag gegen 6 Uhr ET an der ISS andocken.
An Bord des Dragon-Raumschiffs werden sich die NASA-Astronautinnen Anne McClain und Nichole Ayers, der japanische Raumfahrtspezialist Takuya Onishi (JAXA) und der Roskosmos-Kosmonaut Kirill Peskov befinden. Sie werden für eine viermonatige Mission auf der ISS bleiben.
Endlich Rückkehr für die Starliner-Astronauten
Die Ankunft der neuen Crew ist besonders wichtig, weil sie es der Starliner-Crew ermöglicht, endlich zurückzukehren. Nach einer kurzen vier-tägigen Übergangszeit können Wilmore und Williams ihren Heimweg antreten. Die beiden Astronauten waren am 5. Juni 2024 mit Boeings CST-100 Starliner zur ISS geflogen, doch technische Probleme machten das Raumschiff für die Rückreise untauglich.
Nach dem Starliner-Debakel arbeitete NASA an einem Plan, um die gestrandeten Astronauten sicher nach Hause zu bringen. Doch wie bei jeder Weltraummission war das ein komplexes (und teures) Unterfangen, weshalb die beiden Astronauten am Ende ganze neun Monate länger auf der ISS bleiben mussten als geplant.
Trump nutzt die Situation für Eigenwerbung
Kurz nach seinem Amtsantritt nutzte Donald Trump die Situation, um gegen seinen Vorgänger auszuteilen. Auf Truth Social behauptete er, er habe SpaceX-Gründer und CEO Elon Musk gebeten, die „zwei tapferen Astronauten, die von der Biden-Administration praktisch im All zurückgelassen wurden,“ zu retten.
Dabei ignorierte Trump vollständig, dass NASA bereits längst an einer Lösung arbeitete. Am 28. September 2024 startete NASA die Crew-9-Mission – mit nur zwei Astronauten an Bord statt vier: Nick Hague (NASA) und Aleksandr Gorbunov (Roskosmos). Die zwei freien Sitze waren absichtlich für Williams und Wilmore reserviert, die mit Crew-9 im Februar zurückkehren sollten.
Doch technische Probleme verzögerten den Start der SpaceX Crew-10-Mission, wodurch sich auch die Crew-Übergabe verzögerte. Das bedeutete, dass Crew-9 zusammen mit Williams und Wilmore nicht von der ISS abreisen konnte, bevor Crew-10 an Bord war – ein Termin, der sich bis April verschob.
NASA reagierte darauf, indem sie das eingesetzte SpaceX-Raumschiff tauschte, um die Starliner-Astronauten schneller nach Hause zu bringen. Ob dieser Schritt von Trumps lauter Kritik beeinflusst wurde oder nicht, lässt sich nicht sagen – aber im besten Fall hat das den Astronauten rund zwei Wochen extra im All erspart.
Wenn das Trumps „Rettungsmission“ gewesen sein soll, dann ist sie wohl kaum der große heroische Einsatz, als den er sie verkaufen will.