Eine Familie aus Florida reichte Klage gegen die NASA wegen eines kleinen Müllstücks ein, das die Raumfahrtbehörde von der Internationalen Raumstation (ISS) geworfen hatte und das in ihrem Haus landete.
Anfang des Jahres wurde ein zylinderförmiges, knapp 900 Gramm schweres Objekt durch das Dach eines Einfamilienhauses gestürzt in Naples, Florida, wodurch ein Loch in der Decke und im Boden entstand. Der Vorfall ereignete sich mit dem Wiedereintritt einesriesige Palette mit alten Batterien von der ISS, die am gleichen Tag über dem Golf von Mexiko durch die Atmosphäre stürzte, und schließlich in Richtung Südwest-Florida steuerte.
Der Hausbesitzer meldete den Vorfall und die NASA holte das Objekt zur Analyse. Im April bestätigte die Raumfahrtbehörde, dass nach Untersuchung der Abmessungen und Merkmale des Objekts es war tatsächlich ein Fragment der Flugunterstützungsausrüstung wird zur Befestigung der Batterien auf der Frachtpalette verwendet.
„Weltraummüll ist aufgrund der Zunahme des Weltraumverkehrs in den letzten Jahren ein echtes und ernstes Problem“, sagte Mica Nguyen Worthy, die Anwältin der Familie, in einem Stellungnahme„Meine Mandanten fordern eine angemessene Entschädigung für den Stress und die Auswirkungen, die dieses Ereignis auf ihr Leben hatte. Sie sind dankbar, dass bei diesem Vorfall niemand körperliche Verletzungen erlitten hat, aber eine Beinahe-Situation wie diese hätte katastrophale Folgen haben können.“
Der Sohn des Hausbesitzers Alejandro Otero war zu diesem Zeitpunkt allein zu Hause, erlitt jedoch glücklicherweise keine Verletzungen. Das Trümmerstück hinterließ laut Worthy ein Loch vom Dach bis in den Unterboden. Die Familie fordert Schadensersatz für Sachschäden, emotionale und seelische Qualen sowie die Kosten für die im Rahmen des Verfahrens erforderliche Unterstützung durch Dritte.
Die Frachtpalette enthielt neun Batterien und wog rund 2.670 Kilogramm. Damit war sie das schwerste Stück Müll, das je von der ISS geworfen wurde. Sie war vom Roboterarm Canadarm2 herausgeworfen im März 2021 und wurde auf die Erde zu stürzen und unkontrolliert wieder eintreten lassen. Der chaotische Sturz aus der Umlaufbahn endete endlich als der Frachtpalette am 8. März wieder eingetroffen gegen 15:29 Uhr ET irgendwo über dem Golf von Mexiko.
Die NASA hatte erwartet, dass die gesamte Palette beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre verglühen würde. Die Wahrscheinlichkeit, dass Fragmente die Hitze überleben und in einem bewohnten Gebiet landen würden, war zwar gering, aber offenbar nicht gleich null. Durchschnittlich dringen jedes Jahr 200 bis 400 von Menschenhand gebaute Objekte in die Erdatmosphäre ein. Laut der NASA gehen Raumfahrtbehörden für das Risiko eines einzelnen unkontrollierten Wiedereintritts üblicherweise von einer Wahrscheinlichkeit von 1 zu 10.000 aus. Europäische Weltraumorganisation.
„Die NASA bleibt ihrem Ziel verpflichtet, in der erdnahen Umlaufbahn verantwortungsvoll zu operieren und die Risiken so weit wie möglich zu minimieren, um die Menschen auf der Erde zu schützen, wenn Weltraumhardware freigegeben werden muss“, schrieb die Raumfahrtbehörde in einer früheren Erklärung.
Bei dem laufenden Fall handelt es sich um einen seltenen Vorfall, bei dem Weltraumschrott auf Privatbesitz stürzt, und es ist sicherlich das erste Mal, dass die NASA dafür gerügt wurde, unverantwortlich Müll zu entsorgen. Wahrscheinlicher ist, dass die Raumfahrtbehörde die Familie entschädigt und dieser Fall einen Präzedenzfall schafft, da die Erdumlaufbahn weiterhin mit Weltraumschrott übersät ist.
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